Eine groteske Verwandlung
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
Kapitel XXI
Kapitel XXII
Kapitel XXIII
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… 

„Ich kann Ihre Aufregung verstehen, Frau Hauser“, begann Groß väterlich, als beide vor dem Käfig standen und mich betrachteten, „auch mir erging es bei unserem zweiten Zusammentreffen ähnlich, aber ich versichere Ihnen, Titan ist ein Affe. Nichts weiter. Nichts, als ein großer Menschenaffe, der es versteht, sich seiner Umgebung anzupassen. Wie kommen Sie mit der Bildersprache voran.“

„Ausgezeichnet“, erwiderte die Frau, noch immer voller Eifer. „Er ist so unglaublich klug! Beinahe - wie ein ... ja, wie soll ich sagen? Wie ein … Mensch ...“

„Klug, meinen Sie? Wie ein Mensch, sagen Sie?“ Ein überlegenes Lächeln legte sich über das Gesicht des Doktors. „Passen Sie einmal auf!“

Um seine Worte zu unterstreichen, holte er eine Mandarine aus seiner Manteltasche und steckte sie durchs Gitter. Betont langsam streckte ich meine Hand aus, und er zog die Frucht zurück, als ich danach greifen wollte.

„Sehen Sie?“

Der Intellektuelle Dr. Groß grinste arrogant.

„Das war aber unfair“, kam von Frau Hauser.

„Was wollen Sie? Er ist ein dummer Affe! Nichts weiter.“

Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Dieser Kerl bildete sich ein, vor ihm im Käfig sitze ein dummer Affe? Daraufhin mußte ich ihn stante pede eines Besseren belehren. Mit der rechten Hand ergriff ich vom Boden eine ungeöffnete Dose Mineralwasser und bot sie ihm durchs Gitter an. Ein wenig hilflos blickte Dr. Groß auf die Blechdose, machte aber doch den Versuch, mit mir zu kommunizieren und sie zu ergreifen. Da schloß sich meine Hand blitzschnell, zerdrückte die Dose, und ein Schwall Wasser ergoß sich auf den ehrenwerten Dr. Groß, der seine Gegenüber scheinbar allesamt für Affen hält. Wie ein begossener Pudel stand er vor dem Käfig - aus dem heraus ihn der dumme Affe anschaute - unschlüssig, was er als nächstes tun sollte. Humor besitzt er jedenfalls keinen, daher verabschiedete er sich ziemlich wortkarg mit den Sätzen:

„Und ... gehen Sie nicht in den Käfig hinein. Er ist ... gefährlich! Ein … wildes Tier!“

Damit ließ er uns alleine. Erst jetzt erhellte ein schadenfrohes Grinsen mein schwarzes Gesicht. Für klug hielt mich Frau Hauser, die sich ebenfalls ein Lächeln nicht verkneifen konnte; für beinahe so klug wie ein Mensch. Wenn sie sich da mal nicht irrt.

   Dieser Dr. Groß. Er bildete sich tatsächlich ein, die Mandarine meinem Zugriff entzogen zu haben. Er hat nicht die leiseste Ahnung, daß Geschwindigkeit im Tierreich eine völlig andere Dimension besitzt. …


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