Eine groteske Verwandlung
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
Kapitel XXI
Kapitel XXII
Kapitel XXIII
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…  Er wird sich nie wieder rühren: Seine Wirbelsäule ist mehrfach gebrochen. 

Schon bin ich auf den Beinen, fasse den am nächsten Stehenden am Kopf und drehe unbeherrscht daran. Erneut knackt es hörbar, dieser Mensch haucht sein Leben aus, fällt neben seinen Berufskollegen. Der dritte versucht noch rasch seine Büchse in Anschlag zu bringen, aber schwarze Hände mit dicken Schwielen daran greifen sich die Schußwaffe, ziehen sie dicht heran und mit ihr den Mann, der sie nicht loslassen will. 

Ich befürchte, seine Augen fallen jeden Moment aus den Höhlen. Er reißt die wulstigen Lippen auf, will schreien, läßt das Gewehr los, wendet sich, versucht zu fliehen. Da trifft ihn der harte Gewehrkolben mit solcher Wucht an seinem schwarzen Schädel, daß er zerplatzt wie eine reife Melone. Blut und Hirn spritzen auf grüne Blätter, der dritte Mann ist tot, noch bevor er ruhig liegenbleibt.

Seine Waffe kracht gegen den nächsten Baum, zersplittert in ihre Einzelteile, fällt ins Laub. Noch bin ich nicht zufrieden, noch sorgt der Strom von Adrenalin in meinen Adern für Aufruhr. Blind vor Wut stürze ich mich auf die Leiche des zweiten, beiße hinein, schüttle ihn, richte ihn übel zu, bevor ich von ihm ablasse. Nun ist wieder der dritte an der Reihe, beide Arme reiße ich ihm aus und schleudere sie ins Dickicht; diesmal verspüre ich kein Verlangen, in eines dieser Gliedmaßen hineinzubeißen. Im Gegenteil, sie widern mich an.

„Mörder!“ quillt es völlig unverständlich aus meinem äffischen Mund.

Gerade will ich mich auf den ersten, auf den Schwerverletzten stürzen, um mein Strafgericht zu vollenden, als mich ein Wimmern innehalten läßt. Es ist Anton, der sich bemerkbar macht. Sofort bin ich an seiner Seite, Gott sei Dank lebt er noch. Er versucht, sich zu erheben, scheitert aber kläglich und wird von mir sanft zu Boden gedrückt. Blut fließt aus einer Wunde an seinem Bauch. Es ist die Ausschußöffnung der Kugel, die ihn im Rücken getroffen hat, und sie bereitet mir große Sorgen. Ein kurzer Blick genügt. Er sagt mir, er wird in Kürze verbluten, wenn er keine ärztliche Hilfe erhält. Aber wo?

In dieser verlassenen Gegend gibt es keinen Arzt, im besten Fall vielleicht einen Medizinmann. Und ich bezweifle, ob der seine fragwürdigen Heilkünste einem Schimpansen zur Verfügung stellen wird. Ganz abgesehen davon kann er diese böse Schußverletzung nicht behandeln. Anton muß dringend in ein Krankenhaus. Das nächste befindet sich in Goma. …


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