Die Konversation der Frau war keineswegs aufdringlich, und sie stellten sich einander vor. Ihr Name war Ines Fuentes, sie kam aus La Paz, Bolivien, besuchte hier in Monte Carlo einen Paläoanthropologenkongreß, sprach ein sehr gepflegtes Englisch und war zudem eine angenehme Erscheinung.
„Sie beschäftigen sich also in der Hauptsache mit Toten“, sagte Ben, der sich darüber amüsierte, daß eine so adrette Frau im Erdreich nach alten Knochen wühlte.
„In der Hauptsache haben Sie recht, Mr. Sinclair“, antwortete sie flink. „Mit Toten, mit Knochen, mit Schädelkapazitäten und dergleichen. Aber mitunter zeige ich auch Interesse an den Lebenden!“
Damit warf sie ihm ein entwaffnendes Lächeln zu, ihr Blick schweifte jedoch umher, als suchte sie jemanden.
„Ich bin bei einer … Bank beschäftigt“, erwiderte Ben.
Das war nicht ganz richtig, führte aber auf eine völlig falsche Fährte. Ines nahm es zur Kenntnis, es schien ihr nicht wichtig.
„Wenn Sie mir den Platz freihalten, dann verspreche ich Ihnen, in wenigen Minuten wieder zurück zu sein.“
Mit diesen Worten stand Ben auf, die Frau nickte zustimmend, und er machte sich auf den Weg zu Tisch 8. Wenigstens einen Versuch wollte er am Tisch mit dem höchsten Limit unternehmen. Dort aber war die Zahl der Schaulustigen besonders hoch, Ben überlegte. Der Croupier war ausgewechselt worden, und der neue Mann warf tadellos. Schnell stand Ben auf seiner Beobachtungsposition, sah dem Werfer auf die Finger und wartete auf seine Chance. Schon nach dem dritten Wurf erkannte Ben, daß nun die unbesetzte Eins folgen würde. Er legte einen glänzenden, goldumrandeten 10 000 Francs Jeton auf die Eins und wartete. Wieder stieg die Spannung in der Runde, wieder verstummten die meisten, wieder lag trügerische Hoffnung in der Luft. Ben vernahm ein lautstarkes, ein ungeliebtes Klickern der Kugel, dann Stille.
„29, Noir, Impair, Passe!“
Die Einsätze wurden eingezogen, einschließlich Bens 10 000 Francs, die auf der Eins lagen. …
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