Kapitel III
Ein April in London ist kaum attraktiver als ein November in Helsinki; abgesehen vielleicht von den Temperaturen. Benjamin sehnte sich nach Sonne, nach Wärme. Auch war er es leid, seine getönte Hautfarbe im Sonnenstudio käuflich zu erwerben.
Er befand sich auf dem Weg zum Casino, hatte soeben seinen Wagen aus der Werkstatt geholt, weil sie eine Scheibe ersetzen mußten. In der vorletzten Nacht nach Dienstschluß hatte Ben an seinem Auto einen verdächtigen Mann bemerkt, der sich an der rechten Vorderscheibe zu schaffen machte. Ben war sofort stehen geblieben und hatte sich hinter einem blühenden Haselstrauch verborgen. Dieser Mann wollte offenbar den Porsche stehlen, denn man konnte kratzende Geräusche hören, es knackte, Metall traf auf Metall, irgendwann brach Glas.
‚Welch ein Unsinn’, dachte Ben, denn der Wagen besaß eine bestens funktionierende Diebstahlsicherung. Diesen Wagen würde keiner entwenden. Gewalt war Ben ein Greuel, und da niemand sonst auf dem Parkplatz des Casinos zu sehen war, rief er mit seinem Mobiltelefon die Polizei zu Hilfe. Niemals hätte er sich auf ein Handgemenge mit einem Autodieb eingelassen, viel zu kostbar waren ihm die Finger seiner rechten Hand.
Während er, den Autoknacker fest im Blick, auf die Gesetzeshüter wartete, drängte sich das Syndikat wieder in sein Bewußtsein. Denn in den letzten Wochen hatte Ben wiederholt von seiner Fähigkeit Gebrauch gemacht, die Kugel zugunsten des einen oder anderen punktgenau zu werfen; nie hatte er das Gefühl, beobachtet zu werden. Aber er konnte einige strahlende Menschen betrachten.
Auch Zornesröte hatte er in einem der Gesichter entdecken müssen. Ein beleibter Herr von schätzungsweise sechzig Jahren, mit geröteten Wangen, auffallend gelben Zähnen und fettigen, rotbraunen Haaren, hatte eines Abends auf einem der Stühle an Bens Tisch Platz genommen, unzählige Jetons vor sich ausgebreitet und begonnen, mit seiner dicken Zigarre die Luft im Casino zu verpesten. Jordan, der verantwortliche Geschäftsführer, war sofort herbeigeeilt, um ihn auf das strikte Rauchverbot an allen Spieltischen aufmerksam zu machen, wurde aber von jenem nur milde belächelt, und ein Angestellter mußte während des gesamten Spiels dafür Sorge tragen, daß keine Asche aufs Grün fiel. Zu diesem Zweck stellte er einen riesigen Aschenbecher unter die qualmende Zigarre; …
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
2933 Leser seit 1. Jan. 2025 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!