Unverzüglich trennte sich Benjamin von den Karten und steuerte das Roulette an, wo ein Linkshänder die Kugel warf, und gut warf, wie Ben feststellte. Er tat dies sehr gleichmäßig und bereits nach wenigen Würfen konnte Ben voraussagen, wohin die Kugel fiel. Das überraschte ihn denn doch. Das hatte er nicht gewußt, daß er in der Lage war, bei einem guten Werfer präzise vorauszusehen, wo die Kugel landen würde. Das erfuhr er heute zum ersten Mal.
Er schlenderte weiter, an Tisch 6 tat ein farbiger Croupier Dienst. Er dürfte aus Indien stammen, hatte europäische Gesichtszüge und war äußerst geschickt. Eine ganze Weile beobachtete Ben die Hände des Kollegen am Rad, und nach relativ kurzer Zeit war es ihm auch dort möglich, vorherzusehen, wohin die Kugel diesmal fallen sollte.
Ben tippte auf die 26. Die 35 kam, zwei Zahlen daneben, der Inder mußte noch etwas üben. Der nächste Wurf deutete auf die 10 hin und traf die 5, das war unmittelbar neben der Zehn. Gar nicht schlecht für den Anfang, dachte Ben. Beim dritten Versuch tippte er auf die 13 - und sie wurde getroffen.
Der Mann warf sehr beständig, aber nun begann das eigentliche Spiel für Ben. Jetzt wollte er herausfinden, ob der Mann unbeabsichtigt warf oder gezielt. Dazu brauchte er eine ganze Weile, denn die letzten Würfe hatten keinen Volltreffer ergeben. Niemand hatte seine Spielmarke direkt auf diese Zahlen gesetzt.
Am Ende des Tisches saß eine junge Frau, schob eher schüchtern einen 10 Pfund – Chip auf die 24, danach wartete sie ungeduldig. Routiniert nahm der vermeintliche Inder die Kugel in die Hand, streichelte sie mit dem Daumen, leitete das übliche Zeremoniell ein, wirkte ziemlich unbeteiligt; wie sich das gehört. Er stoppte das Rad, drehte es in die Gegenrichtung und schickte die kleine Kugel auf die Reise. Ben hatte mehrmals in schneller Reihenfolge geblinzelt, während er auf das Rad schaute, dadurch war es ihm möglich, genau den Abwurfpunkt zu erkennen. Ihm war sofort klar: Die 24 wurde anvisiert. Todsicher!
„Rien ne va plus!“
Die weiße Kugel zog hörbar ihre Kreise, fiel zur Mitte, krachte gegen eine Querstrebe, sprang kurz wieder zurück in die Bahn, krachte erneut gegen die Strebe und legte sich schließlich holprig auf die 17.
„17, Noir, Impair, Manque!“
Völlig unbeeindruckt arbeitete der Croupier weiter, strich die Einsätze der Verlierer ein und zahlte die Gewinne aus. Dieser Wurf ging völlig daneben, wie Ben feststellte. …
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