In jener Nacht liebten sich Zakia und Ben besonders intensiv. Auch sie war am Abend zugegen gewesen, hatte jedoch, wie die meisten Gäste auch, in dem gewaltigen Casino fast nichts mitbekommen von den Ursachen des Tumultes. Ein paar Vorwürfe auf arabisch mußte er sich auch von ihr anhören. Zakia empfand sein Verhalten mehr als leichtsinnig.
Am nächsten Tag konnte man der Zeitung den genauen Hergang entnehmen. Einer der vier hatte mit einem Bauchschuß überlebt, ihm wurde im Emirat der Prozeß gemacht; die Leichen der drei anderen wurden zum Flughafen gebracht, wo ihre Maschine bereitstand. Ohne die geringste Verzögerung mußte das Flugzeug mit seiner leblosen Fracht an Bord das Emirat verlassen.
Über die Höhe des Betrages, den die vier dem Casino ‚gespendet’ hatten, bewahrte das Blatt diskret Stillschweigen. Ohne es zu wollen, war Ben zum Helden dieser Nacht geworden.
Kapitel XV
Die Maschine aus London landete pünktlich am Vormittag. Benjamin war von seinem Freund Tareb Sadde zum Flughafen gefahren worden, um Patricia in Empfang zu nehmen. Beide hatten sich vor dem Zoll eingefunden, und als sie sich näherte, ließ der Araber Ben alleine.
Die Richterin aus London sah blendend aus, trug ein leichtes türkisfarbenes Sommerkleid, eine Sonnenbrille und hatte sich nach Sitte des Landes ein Kopftuch über die rötlichen Haare gezogen. In England war jetzt Frühling, hier im Emirat machten sich die Jahreszeiten kaum bemerkbar, es war warm, wie gewöhnlich. Lange mußte Ben sie ansehen, als sie vor ihm stand, schlank und bezaubernd. Mit seinem Oberlippenbart und der dunkleren Hautfarbe kam er ihr allerdings ziemlich verändert vor.
Nach eingehender gegenseitiger Betrachtung entschloß sich Patricia zu einer spontanen Umarmung, Ben erwiderte die Vertraulichkeit, unschlüssig, ob er sich nun freuen sollte, oder ob die Vergangenheit zu tiefe Schluchten hinterlassen hatte, zu tief, um sie mittels mentaler Brücken zu überwinden. Da trat Sadde auf den Plan. Mit arabischem Überschwang begrüßte er die hübsche Frau, die sich jedoch erstaunlich distanziert gab. Ohne Zollformalitäten verließen die drei den Flughafen.
Wie Ben bei seiner Ankunft, so bestaunte auch Patricia in gleichem Maße die orientalische Stadt, die sie bisher noch nicht einmal von der Landkarte her kannte, ebenso das feudale Hotel, das nun schon seit über 18 Monaten Bens Zuhause war.
„Wie im Märchen“, entfuhr es Patricia, als sie den Balkon betrat, „hier könnte es mir gefallen. …
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