Ich bin ein Idiot gewesen, war der Hauptvorwurf, den sich Patricia machte, damit mußte sie leben. Sie würde sich nun einen anderen Liebhaber suchen müssen, der Bens Stelle einnahm, aber leicht würde das nicht werden. Von Bens phantastischem Verdienst im Emirat hatte sie nicht die leiseste Ahnung.
Ihre Gedanken wanderten zurück zu jenem Tag, als sie Tareb Sadde in Manchester zum ersten Mal begegnet war. Sadde stand hinter dem Roulettetisch, groß, mit dunklen Augen und sehr geschickten Händen. Augenblicklich war bei Patricia das Interesse erwacht für diesen Mann, oder besser, für seine Fähigkeiten, die Kugel zu werfen. Schnell wurde aus den beiden ein Paar; er sorgte mühsam dafür, daß sie einträgliche Gewinne einstreichen konnte, im Ausgleich dafür bot sie ihm, was er als Orientale brennend suchte: Den makellosen weißen Körper einer bildschönen Europäerin.
Die Liaison war nicht von Dauer, was zum einen daran lag, daß Sadde ihr doch nicht zu dem finanziellen Fundament verhelfen konnte, das sie sich vorstellte. Zu unbeständig war sein Leistungsvermögen am Rad, zu wenig ergiebig daher sein Bemühen. Zum anderen war er so furchtbar geradlinig, entfaltete viel zu wenig Phantasie. Zudem wohnte er in Manchester, sie in London. Als er schließlich ihr Spiel nicht mehr mitspielen wollte, kam das Syndikat über ihn; ein Anruf bei ihrem Vater hatte genügt, und der Mann war seinen Finger los, und damit seinen Job. Das nahm er ihr noch immer übel, wie er im Emirat unschwer hatte erkennen lassen.
Patricia wischte sich mit einer Serviette den Kaffee vom Kleid und orderte einen neuen. Wenn Sadde ihr irgendwelche Schwierigkeiten machen sollte, das stand für sie fest, dann war er fällig! Er war ohnehin eine Gefahr für sie und für das Syndikat. Nun, bestimmt nicht mehr lange. Sicher durfte sich Sadde nur fühlen, solange er sich im Emirat aufhielt. Aber Patricia kannte ihn, er war ein Wanderer zwischen den Welten, nannte sowohl England seine Heimat als auch das Emirat.
***
Es war nicht das erste Treffen dieser Art, das Benjamin im kleinen Konferenzsaal des Hotels abhielt, diesmal jedoch war er sich ziemlich sicher, das Passende gefunden zu haben. Es sah so aus, als ob sich sein tollkühner, sein utopischer Traum, von dem er seit nunmehr fast drei Jahren beseelt war, sehr bald erfüllen würde. Seit mehr als zwölf Monaten befand sich Benjamin auf der Suche nach einem geeigneten Objekt, in Neuseeland war er fündig geworden. …
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