Es war spät, Benjamin begab sich ins Penthouse, legte sich zur Ruhe und verbrachte eine angenehme Nacht, während die Gambling Palace ihrer nächsten Etappe, dem Roten Meer, entgegensteuerte. Leichter Seegang hob das Schiff kaum spürbar auf und ab, sanfter Wind wehte über das Deck, leise schickten die Motoren ihr verhaltenes Dröhnen aus dem Maschinenraum nach oben. Der Kapitän wachte selbst auf der Brücke, wurde nach vier Stunden von seinem Ersten Offizier abgelöst und ließ es sich nicht nehmen, in aller Frühe wieder selbst die Verantwortung zu übernehmen.
***
Viele Stunden brachte Ben während der Fahrt täglich auf der Brücke zu, sah dem Kapitän und dem Ersten Offizier beim Navigieren und beim Steuern des Schiffes, seines Schiffes, über die Schultern. Seine Zeit bei der Marine lag zwar schon viele Jahre zurück, aber Ben hatte nichts vergessen. Die meisten Handgriffe auf der Brücke waren ihm vertraut, das Satellitennavigationssystem kannte er noch nicht, aber er ließ es sich erklären. Es war sicher nicht von Nachteil, wenn er als Eigner sein eigenes Schiff bedienen konnte. Um nach Suez zu gelangen, benötigten sie 5 Tage, und die Reise verlief problemlos; bis sie in den Suezkanal einfuhren.
Mehrmals hatte Wu, der chinesische Koch, der zur gemieteten Crew gehörte und für seinen frisch zubereiteten Fisch berühmt war, unterwegs mit einer Art Schleppnetz erfolgreich das Mittagessen gefangen, bei voller Fahrt. Dazu schwenkte er einen langen Ausleger über die Bordwand hinaus, an dessen Ende entweder eine Leine mit Köder oder ein Seil mit einem offenen Netz befestigt war. Wu holte mit dieser Methode Erstaunliches zutage. An Bord war man begeistert von der Frische und der Qualität des Resultates, und selbst Ben, der im Emirat mit frischen Meeresfrüchten geradezu überhäuft worden war, genoß diese Abwechslung gern. Wu war bestrebt, für die Durchfahrt des weltberühmten Kanals etwas ganz Besonderes aus dem Meer zu zaubern und hatte sein Netz ausgeworfen.
Sie erreichten den Kleinen Bittersee in den frühen Morgenstunden, und der Koch hatte diesmal einen derart gewaltigen Fang im Netz, daß er alleine gar nicht in der Lage war, es einzuziehen. Hilfe wurde ihm von einem Mann der Besatzung zuteil, und gemeinsam zogen sie das Ergebnis des Fischzugs aus dem Wasser.
Der Matrose warf einen interessierten Blick nach unten und hielt sofort inne: Im Netz war eine olivgrüne Kugel mit einem Durchmesser von zirka 80 Zentimetern sichtbar geworden, große Dornfortsätze zierten die Hülle, wie eine überdimensionale Trüffel mußte sie dem Koch erschienen sein. …
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