Es gab keine Panik, die Mine war über zehn Meter entfernt von den Männern, niemand an Bord hatte auch nur die kleinste Vorstellung von der ungeheuren Gewalt einer detonierenden Mine, man fühlte sich relativ sicher. Keiner wollte allerdings mit den beiden Sprengstoffexperten tauschen, die sich bald daran machen würden, ins Wasser zu steigen. Die Männer im Schlauchboot ließen sich viel Zeit. Wer sich in ihrem Beruf zu sehr beeilte, hatte meist nicht mehr die Chance, die gewonnene Zeit zu genießen.
Sich am Seil des Netzes orientierend, das von dem Ausleger herunterhing, brachten die Experten ihr Boot in die Nähe des Schiffsrumpfes, legten ihre Atemgeräte an und stiegen schließlich ins Wasser, einer der Männer führte ein Nylonseil mit sich, das am Schlauchboot befestigt war. Verwaist dümpelte das kleine Gummiboot jetzt auf den Wellen. Die Männer an Deck wurden gebeten, auf die gegenüberliegende Seite des Schiffes zu gehen, um bei einer möglichen Explosion weniger gefährdet zu sein, aber kein einziger kam dieser Bitte nach. Gespannt blickten sie senkrecht am Rumpf hinunter, verfolgten mit ihren Augen alle Bewegungen, mußten sich aber mit den Luftblasen der beiden Taucher begnügen.
Erdrückende Hitze lastete auf dem Deck, die Menschen an Bord bewegten sich träge, keiner wagte es fest aufzutreten, aus Angst, die Erschütterung könnte ungeahnte Ausmaße annehmen. Selbst der Hubschrauber, der im übrigen eine ähnliche Farbe besaß wie die Mine, hatte sich bis zum Festland zurückgezogen und war gelandet. Die ganze Gegend um die Bitterseen schien den Atem anzuhalten.
Plötzlich konnte man ein scharrendes Geräusch am Schiffsrumpf vernehmen, das Seil, an dem das Netz befestigt gewesen war, hing lose im Wind, befreit von seiner tödlichen Last. Auf der Wasseroberfläche war noch immer nichts zu sehen.
Weil das Schiff gefährlich nahe ans Ufer getrieben wurde, informierte der Kapitän zunächst Ben, im Anschluß besprach er sich mit der Besatzung. Es bestand die Gefahr, daß die Gambling Palace auf Grund lief, er mußte schleunigst die Maschinen starten. Dies aber war nicht möglich, ohne die beiden Taucher in Lebensgefahr zu bringen. Und nicht nur sie. Näher und näher kam das Ufer, schon zeigte das Echolot nur noch wenige Fuß Wasser unter dem Kiel. …
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