Schließlich wendete sie sich ihm zu, sah ihn direkt an und eröffnete ihm:
„Das geht nicht, Ben. Ich bin versprochen. Ich bin quasi verlobt, wie man in Europa sagt. Mein Zukünftiger studiert in den Staaten Geologie, wir sehen uns nur sehr selten. Das letzte Mal war er vor vier Monaten hier.“
Es dauerte eine Weile, bis Ben seine Verwunderung überwunden hatte.
„Liebst du Ihn?“
Als entstammten diese Worte einer jener billigen TV Serien, deren Hintergrundgelächter den Zuschauer immer auf die Pointen hinwies, so naiv erschien Ben seine Frage. Aber sie resultierte aus der Bestürzung, die ihn ergriffen hatte. Mit allem hatte er gerechnet, damit nicht. Sie war bereits vergeben und hatte ihm nie etwas davon erzählt. Wie war das möglich?
„Diese Frage ist zweitrangig“, antwortete sie ruhig. „Unsere Väter haben uns bereits im Kindesalter einander versprochen. Das ist wie ein Schwur, wie ein Gesetz. Man hält sich daran.“
Bens Überraschung wollte nicht enden. Was erzählte sie da? Sie lebten im einundzwanzigsten Jahrhundert, nicht im Mittelalter.
„Man kann doch seine Meinung im Laufe des Lebens ändern. Viele Menschen tun das. Warum nicht du?“
Zakia machte ein nachdenkliches Gesicht, versuchte, Ben in den Arm zu nehmen, aber der sträubte sich. Noch verstand er die Umstände nicht exakt. Das irritierte ihn.
„Es kommt noch ein Weiteres hinzu“, begann Zakia. „Hossein ist sehr vermögend. Er ... kann mir ein sorgenfreies Leben bieten. Sein Vater besitzt einige Ölquellen. Irgendwann“, strahlte Zakia, „wird Hossein sie übernehmen.“
„Um wieviel handelt es sich?“ fragte Ben eher beiläufig, denn dieses Geständnis überraschte ihn eigentlich nicht mehr.
„Es ist kein Pappenstiel, Benjamin. Die Quellen haben ein geschätztes Vermögen von zirka 20 – 30 Millionen Dollar.“
30 Millionen Dollar, dachte Ben. 30 Silberlinge oder 30 Millionen Dollar, wo war da der Unterschied? Diese Frau klammerte sich an einen Menschen wegen der zu erwartenden Dollarmillionen und ließ einen anderen, der sie wirklich mochte, dafür einfach im Regen stehen. …
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