„Mr. Sinclair, Sie werfen die Kugel sehr gut. Ein bißchen zu gut, wie wir meinen. Wie denken Sie darüber?“
Ben erschrak unsagbar, sein ungläubiges Lächeln gefror in seinem Gesicht. Nun hatten sie ihn doch erwischt! Heute hatte er einen Fehler begangen, den er nicht als Zufall abtun konnte. Dazu mußte er stehen. Trotzdem versuchte er den Unwissenden zu spielen.
„Darf ich fragen, mit wem ich es zu tun habe?“ begann er vorsichtig, und seine Stimme klang nicht sehr überzeugend.
„Mein Name ist Smith. Und was ich Ihnen jetzt sage, sage ich Ihnen nur einmal: Spielen Sie das Spiel des Casinos und nicht das Ihrige! Ich hoffe, wir haben uns verstanden.“
Das war alles. Der nächtliche Besucher verschwand in der Dunkelheit und ließ den bestürzten Ben nachdenklich zurück. Einige Zeit stand er wie benommen auf dem leeren Parkplatz, als er eine Frauenstimme seinen Namen rufen hörte. Wie aus einem tiefen Traum herausgerissen hob er den Kopf, blickte um sich und lief auf die Stimme zu. Dort angekommen, hatte er sich so weit gefaßt, daß sein Puls wieder einigermaßen normal schlug.
„Sie sehen aus, als hätten Sie ein Gespenst gesehen, Mr. Sinclair. Was ist denn passiert?“ fragte die hübsche Frau neben dem roten Jaguar.
„Nichts, Mrs. Hawkins, es ist nichts“, gab er zur Antwort, bestieg seinen Wagen und fuhr dem ihrigen hinterher, wie er es schon einmal getan hatte.
Diesmal aber nahm sie eine andere Strecke, eine, die sie aus der Stadt hinaus führte. Schließlich gelangten sie an ein parkähnliches Anwesen, der Jaguar stoppte kurz, ein schmiedeeisernes Tor öffnete sich, beide Fahrzeuge fuhren hindurch, und das Tor schloß sich wieder. Vor einem schwach beleuchteten Haus parkten sie die Fahrzeuge. Es war ein großes, dreistöckiges Backsteingebäude, eine Villa im Jugendstil vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, gigantische Efeuranken überwucherten die gesamte Vorderfront.
Die Frau führte Ben in die Halle, und er mußte schnell erkennen, die Inneneinrichtung stammte keineswegs vom Anfang des 20. Jahrhunderts, sie war hochmodern, selbst ein Fahrstuhl war installiert. Ben staunte, derartiges hatte er nicht erwartet. Eine der Türen im Parterre stand offen, Ben konnte einen blütenweißen Flügel erspähen, dahinter eine riesige Bücherwand. Die Halle hing voller Bilder alter und neuer Meister, in aller Regel Franzosen, viele mit wuchtigen Goldrahmen versehen - ein Vermögen bedeckte die Wände. Benjamin hoffte innig, daß die Eigentümerin gut versichert war. …
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