Ben traute seinen Augen nicht: Es gab also tatsächlich außer ihm noch andere, die dem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen gedachten. Der Inder schickte noch fünf weitere Versuche hinterher, dann endlich hatte Erfolg.
„24, Noir, Pair, Passe!“
Die Erregung der jungen Dame nahm sichtlich zu, sie sah wiederholt zu ihrem Glücksbringer hinüber, der allerdings nicht die geringsten Emotionen erkennen ließ. Nun war dieser Gewinn wirklich nicht sensationell, die Dame hatte nach Abzug ihres Einsatzes höchstens 300 Pfund übrig behalten, aber wer weiß? Vielleicht war das für ihre Verhältnisse sehr viel Geld, jedenfalls stand sie auf und verließ den Tisch. Ohne ,Spende’.
Nachdenklich ging Ben weiter. Was er nicht für möglich gehalten hatte, war anscheinend gang und gäbe. Und er hatte geglaubt der Einzige zu sein. Aber den Worten seines arabischen Besuchers zufolge war diese Unsitte weit verbreitet, sonst bedürfte es nicht dieses Syndikats. Ben schmunzelte. Sein farbiger Kollege dort an Tisch 6 konnte sich in Sicherheit wiegen, Werfer wie er stellten für die Bilanzen eines Casinos jedenfalls keine wirkliche Gefahr dar.
Das Angebot von Tareb Sadde, seines geheimnisvollen orientalischen Orakels, kehrte wieder in sein Gedächtnis zurück. Es enthielt nämlich eine besondere Klausel, eine ziemlich unmoralische, wie sich Ben eingestehen mußte. Aber die Bezahlung, die ihm im Emirat winkte, war so phantastisch, daß er zunächst glaubte, Sadde hätte sich bei seinen Schilderungen um einige Nullen vertan. Aber angesichts derartiger Zahlen blieb die Moral zwangsläufig auf der Strecke.
Aus heiterem Himmel tat auch Benjamin Sinclair nun etwas äußerst Unmoralisches. Er war zwar ein gutverdienender Mensch, hatte es nicht nötig eine Bank zu überfallen oder jemanden zu betrügen, und dennoch: Die Berge von Spielmarken, die sich hier auf den grünen Tischen des Casinos in Brighton stapelten, die Massen von Chips, welche die Bankhalter überwachten, besaßen mit einemmal eine noch nie gekannte Anziehungskraft. Er, der täglich damit zu tun hatte, allerdings auf der anderen Seite, der seit fünfzehn Jahren Millionen dieser Jetons durch seine Finger hatte gleiten lassen, sah sich plötzlich konfrontiert mit der Möglichkeit, sich völlig zwanglos einige davon in die eigenen Taschen zu stecken, völlig legal. …
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