Gegen 23 Uhr betrat Benjamin das Casino und legte einen anderen, einen entsprechenden Paß vor; problemlos durfte er passieren. Dutzende Personen scharten sich um einen Tisch in der Mitte des Saales, dort war mächtig viel Betrieb. Offenbar gewann ein Prominenter gerade sehr viel Geld. Wie schön für ihn, dachte Ben und steuerte auf einen Roulettetisch zu, an welchem er noch nicht gespielt hatte. Auch hier warf eine Dame die Kugel, und sehr zuverlässig, wie Ben auf Anhieb erkannte. Aufmerksam stellte er sich ihr gegenüber, an eine Stelle, wo er die Scheibe am besten einsehen konnte, und wartete. In seinem Kopf erschienen die Zahlen, auf welche die Elfenbeinkugel im nächsten Moment fallen würde, und beinahe jedesmal lag er richtig. Hier an diesem Tisch lag das Limit bei bescheidenen 5000, das aber sollte ihn nicht abhalten.
„Faites votre jeu!“ ‚Machen Sie ihr Spiel!’, war leise zu vernehmen, die Spieler setzten, die Kugel rollte. Augenblicklich erkannte Ben, daß sie todsicher auf der 9 landen würde. Die Neun aber war besetzt mit einem 100 Francs Chip. Trotzdem setzte Ben 5000 daneben.
„9, Rouge, Impair, Manque!“
Um etwaigen Mißverständnissen vorzubeugen, griff Ben sofort zu, als sein Gewinn auf der Neun lag. Sogleich verließ er den Tisch, wechselte hinüber zu einem anderen, dessen Limit ebenfalls bei 5000 lag.
Die ganz großen Gewinne durfte er erst gegen Ende erzielen, kurz bevor er das Casino wieder verließ. Wie er gestern feststellen mußte, reagierten sie hier auf hohe Gewinne äußerst empfindlich und - mit den entsprechenden Maßnahmen. Wenn sie ihm auch seinen Gewinn nicht wieder abnehmen würden, so könnten sie ihn doch erneut des Casinos verweisen. Und das dürfte diesmal sehr viel unangenehmer werden.
Nach kurzer Zeit, als Ben an der Bar einen Schluck Mineralwasser trank, hatte er bereits vier Treffer zu verbuchen, über 700 000 Francs steckten in seiner Innentasche. Noch war man nicht auf ihn aufmerksam geworden, noch konnte er ein oder zwei lukrative Spiele riskieren. Couragiert stand er auf, ging gemächlich auf den Tisch 15 zu. Auf seinen Lieblingstisch.
Langsam aber entschlossen bahnte sich der hünenhafte Rausschmeißer vom Vorabend seinen Weg durch das volle Casino, schob hie und da einen Besucher sanft aber bestimmt zur Seite, den Blick starr nach vorne gerichtet. …
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