Sofort nach Dienstschluß machte sich Ben auf den Weg. Patricia hatte so anziehend ausgesehen, so einladend, so frisch, daß er erheblich stärker aufs Gaspedal trat als beabsichtigt. Zu spät bemerkte er die dunkle Limousine im Rückspiegel, und zu spät überkam ihn die Reue. Geschwindigkeitsübertretungen in England sind eine kostspielige Angelegenheit. Ben fuhr wieder das erlaubte Limit, aber die Limousine machte keine Anstalten vorbei zu fahren und ihn zu stoppen. Stattdessen wurden beide Fahrzeuge nun von einem dritten überholt, dessen Fahrer seinen Wagen genau vor Bens Stoßstange setzte und sofort vom Gas ging. Im selben Moment fuhr ein weiteres Auto rechts neben ihn. Nun war er eingekeilt, es gab kein Vor und kein Zurück mehr. Schnell reagierte er auf seinen Vordermann, bremste ab, bis alle Fahrzeuge schließlich standen.
Kurze Zeit später wurde seine Beifahrertür geöffnet, und ein elegant gekleideter Herr setzte sich links neben ihn. Die Fahrzeuge auf der rechten Seite und vor ihm fuhren weiter und gaben die Straße wieder frei, einzig der hintere Wagen blieb weiterhin im Rückspiegel sichtbar, es war ein dunkler Bentley. Ben bekam eine Gänsehaut, nackte Furcht beschlich ihn. Es war eine jener unangenehmen, fast peinlichen Ängste, die man verspürte, wenn man zum wiederholten Mal bei einer verbotenen Sache erwischt worden war; in dem Fall nämlich hatte man keine Ausrede parat. Und so erging es Benjamin jetzt. Das Bild des Orientalen Tareb Sadde tauchte im Geiste vor ihm auf, er wußte genau, wer da neben ihm saß! Es half nichts, den Unschuldigen zu spielen. Also schwieg er.
„Mr. Sinclair“, begann sein ungebetener Gast behutsam, „offenbar haben wir uns bei unserem ersten Zusammentreffen nicht richtig verstanden. Das mag daran liegen, daß ich mich nicht immer klar genug auszudrücken vermag. Das wird heute anders sein. Nach unserem jetzigen Gespräch, davon bin ich überzeugt, wird es keine Mißverständnisse mehr geben zwischen uns.“
Bisher hatte der Mann nur geradeaus gesehen, erst jetzt drehte er sich nach rechts zu Ben herüber. In seinem panischen Schrecken preßte der seine Fäuste um das Lenkrad, als gälte es, seinen kostbaren, seinen geliebten Mittelfinger besonders in Schutz zu nehmen, ihn ja nicht zu zeigen, ihn zu verbergen. Der Fremde, der ein kleines Fläschchen After-shave aus der Tasche zog, sich den Hals betupfte und es wieder wegsteckte, schwieg noch immer, schaute ihn nur an. …
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