„Dort“, Sadde deutete inmitten der Halle auf einen exponierten Tisch, postiert auf einem rabenschwarzen Sockel, „dort werden Sie spielen, Mr. Sinclair“, und ein Leuchten ließ seine dunklen arabischen Augen aufblitzen. „Das ist Ihr Tisch.“
Benjamin trat an das aus Ebenholz gearbeitete Fundament, reich verziert mit arabischen Motiven und alleine schon ein einziges Kunstwerk. Der Spieltisch darauf war konventionell gehalten, hatte internationale Maße, ebenso die Scheibe. Es war nicht viel Betrieb im Moment, Sadde deutete an, daß erst am späten Abend, wenn draußen die Temperaturen zurückgingen, hier drinnen die Betriebsamkeit schlagartig zunahm. Ben schaute dem Croupier an seinem künftigen Tisch ein wenig über die Schulter, dieser Mann war Spitze. Aber trotz allem mußte es einen triftigen Grund geben, ausgerechnet ihn hierher ins Emirat zu holen.
Über dem Tisch pendelte sachte ein Schild mit der Aufschrift: Limit 100 000 Dollar.
„Das wären ja 3,5 Millionen Dollar für Plein“, bemerkte Ben vorsichtig. „Und dieser Gong dort, wozu dient der?“
„Der ertönt, sobald die volle Zahl getroffen wird. Um dies nach Möglichkeit zu verhindern, sind Sie hier, Mr. Sinclair“, war Saddes ebenso dezente Antwort.
Der Gong erinnerte Ben an Brighton, und er spürte, wie ein ungeheurer Sog sich seiner bemächtigte, ihn magisch hinüberzog zum grünen Tuch, ihn innerlich richtiggehend aufwühlte.
Erinnerungen jagten durch seinen von neuen Eindrücken ohnehin überladenen Kopf. Seit über einem Vierteljahr, seit jener unglückseligen Nacht, die für ihn in einem Londoner Krankenhaus endete, hatte er keine Kugel mehr angefaßt. Hier nun war sein Rhodos, hier mußte er springen, respektive werfen. Hier durfte er beweisen, was in ihm steckte. Nur mit Mühe konnte er seine Ungeduld bezähmen.
Nach dem Besuch des Casinos brachte ihn sein arabischer Begleiter in einen etwas bescheideneren Palast, dort traf er seinen künftigen Arbeitgeber, den Emir Cheikh Rahman Abouzohir Elfarsani, Tareb Saddes Onkel, Fürst des Emirats, Herrscher über ein kleines Volk und schwerreicher Besitzer ergiebiger Ölquellen, der vor einem eindrucksvollen Sessel stand, aber beim Eintreten seines Gastes diesem entgegeneilte und ihm freudig die Hand reichte. Seinen Neffen Sadde küßte er auf die Wange. …
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