„Sie wollen einen Finger bezahlen, Sir Anthony? Einen Finger, an welchem das Glück eines Menschen hing? Das Glück seiner Familie vielleicht? Sie machen es sich etwas zu einfach.“
Alles, was Ben sagte, erfolgte noch immer im Flüsterton und gab der ohnehin düsteren Atmosphäre einen Hauch von Gruft, von Grab.
„Wieviel wären Sie zu bezahlen bereit - für ein Leben, Sir?“ Ben machte eine lange Pause, bevor er mit normaler Lautstärke fortfuhr: „Für Ihr Leben!“
Nun zerrte der Mann verloren an seinen Fesseln, schickte seine Augen hilfesuchend umher, aber da war niemand, der ihm hätte beistehen können.
Benjamin löschte das Licht, öffnete die Hecktür des LKWs und gab den Blick frei auf die Cam, die sich gemächlich im Mondlicht dahinwälzte, ruhig, lautlos. Feuchte Luft wehte herein. Dieser Anblick war für den Richter nicht mehr zu ertragen, er versuchte erneut, seine Füße aus der Wanne zu ziehen, riß an seinen Fesseln, seine Halsadern schwollen an; wie in einer Zwangsjacke fühlte er sich gefangen. Und als Ben wieder hinter ihn trat, der Rollstuhl sich unendlich langsam in Bewegung setzte, und mit ihm die schwere Wanne an seinen Füßen, da war es mit seiner Beherrschung endgültig vorbei. Er warf seinen Kopf nach links:
„Hören Sie“, winselte Richter Hawkins, „ich gebe Ihnen, was ich habe. Bitte, töten Sie mich nicht, Sir. Alles, was ich habe! Mein Haus, ich gebe Ihnen Millionen, lassen Sie mich leben, ich bitte Sie, ich flehe Sie an!“
„Millionen“, kam es erstaunt aus Bens Mund, und er stoppte den Rollstuhl, „von einem Mann, der sein Haus der Bank verpfändet hat?“
„Was?“ platzte es überrascht aus Hawkins heraus. „Ich habe mein Haus nicht verpfändet“, und seine Stimme klang absolut überzeugend. „Noch nie! Wie kommen Sie darauf? So ein Unsinn! Warum sollte ich?“
„Und die 350 000 Pfund, die Ihnen Ihre Tochter gegeben hat?“ fragte Ben interessiert. „Wofür waren die?“
„Ich habe von meiner Tochter niemals Geld genommen“, sagte der Mann empört. „Sie wollte Geld von mir! Wieder mal, für ein Bild oder was weiß ich. Aber diesmal hat sie das Geld dafür von mir nicht bekommen. Ich habe mein Haus nicht verpfändet! Glauben Sie mir doch! Ich bin ein reicher Mann! Das kann ich Ihnen beweisen!“
Ben, der bei den letzten Worten des Richters nachdenklich geworden war, überlegte kurz, packte den Rollstuhl schließlich doch an beiden Haltegriffen. Ein penetranter Geruch umgab den Mann, er schwitzte stark, und im Augenblick hatte er sich die Hosen vollgemacht. …
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