Allmählich gewöhnten sich seine Augen an die Dunkelheit im Abgrund. Tief unten schlängelte sich ein leuchtendes Band dahin, in dem sich die matte Sichel des Mondes widerspiegelte. Wo war er? Woher kam diese entsetzliche Kälte? Über sich sah er Sterne blinken, auf jeden Fall war er im Freien. Langsam kehrte die Erinnerung zurück: Man hatte ihn entführt! Er befand sich nun selbst in einer jener überaus unangenehmen Lagen, in denen sich seine Opfer vielfach wiedergefunden hatten. Was aber hatten sie mit ihm vor?
Benjamin stand direkt neben ihm und war sich gewiß, daß sein Gefangener noch nichts von seiner Präsenz ahnte. Er lehnte mit beiden Unterarmen auf der Mauer, unmittelbar neben Hargreaves’ Kopf und schaute in die Tiefe. In der Dunkelheit hatte die Brücke noch viel gewaltigere Dimensionen als bei Tageslicht. Mit dem linken Ellenbogen stieß er Hargreaves an.
„Nun, Mr. Hargreaves, wie fühlen Sie sich?“ fragte er knapp. „Oder soll ich Sie Jonathan nennen?“
Sein gebundenes Opfer drehte den Kopf, versuchte zu erkennen, wer da neben ihm stand, schaffte es aber nicht.
„Wer sind Sie?“ fragte Hargreaves, noch immer etwas benommen und meilenweit entfernt von seiner ehemaligen Überheblichkeit. Wie einst seine Opfer, so stand er jetzt Todesängste aus, schaffte es beinahe nicht, einen klaren Gedanken zu fassen.
„Nennen Sie mich einfach - Mr. Smith“, antwortete Ben sachlich, und ein Ruck ging durch Hargreaves Körper.
Der Mann hatte mittlerweile realisiert, daß er auf einem relativ schmalen Mauersims lag, sich vor seinen Augen ein tiefer Abgrund auftat, und die Person an seiner Seite schon einmal Kontakt gehabt haben mußte mit ihm, weil sie sein Pseudonym kannte. …
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