Rien ne va plus
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
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…  Die sich mit ihren geifernden Gesichtern zu nähern suchten, als wollten sie ihn belecken, als wollten sie ihren Schleim über ihn ergießen, und – als wollten sie überprüfen, ob er noch am Leben war.
Der Gedanke, bei 42 Grad sei alles zu Ende, ließ Ben nicht mehr los. Das Personal der Klinik umsorgte ihn, aber es gelang ihm nicht sofort, das Fieber entscheidend zu senken. Benjamin wurde hin und her gerissen, von seiner Traumwelt ins Wachsein und wieder hinüber. In seinen wachen Momenten bereitete ihm das hohe Fieber die meisten Sorgen, er erwartete jeden Augenblick ein großes schwarzes Loch, das ihn verschluckte, für immer und ewig.
Religiöse Fragen, die sich mit dem Ableben befaßten, traten in sein Bewußtsein, und von einer Riesenfaust ergriffen und gerüttelt, fühlte er sich plötzlich zu einem dunklen Abgrund hinübergezerrt, der beängstigend steil abfiel und in einem rabenschwarzen Nichts endete. Plötzlich fragte ihn eine majestätische Grabesstimme eindringlich nach seinem Glauben.
Benjamin war kein religiöser Mensch. Zwar hatte er eine protestantische Erziehung erhalten, aber Glaube und Kirche spielten in seinem Leben längst keine Rolle mehr. Daher stand er dieser peinlichen Frage hilflos gegenüber. Noch immer hielt ihn die Faust gnadenlos gepackt, schüttelte ihn und zog ihn unaufhaltsam zum Abgrund hin, immer weiter. Ben wand sich hilfesuchend in alle Richtungen, aber da war niemand, der ihm hätte beistehen können.
„Das ist unfair“, kam es lautlos über seine Lippen, „in einer solchen Lage … nach meinem Glauben … zu fragen …“
Und weiter zog ihn die Kraft zur ewigen Finsternis hin.
„ Ja“, schrie er tonlos wie zuvor, „ich glaube, ich glaube ja ... ich glaube …“
Wie auf ein geheimes Zeichen öffnete sich die Faust endlich und ließ ihn frei, benommen taumelte er vom Abgrund weg, zurück in die Wirklichkeit, zurück in die scheinbare Geborgenheit des Krankenzimmers.
Benjamin schaute sich um, sah sich noch immer umringt von Leuten, die er nie zuvor gesehen und die ganz offenbar seinen soeben erfolgten Tod diskutierten. Schwach hob er den Arm, als Zeichen, daß er noch unter den Lebenden weilte, daß er noch nicht gestorben war, aber niemand reagierte auf ihn. Im nächsten Moment war der Spuk verschwunden, Ben wieder alleine im Zimmer, allein mit seinen fiebrigen Gedanken.
Jeder hätte in dieser Lage geschworen, er sei gläubig, jeder, dachte er und schämte sich ein wenig, kurz zuvor an diesem Abgrund einen Glauben eingestanden zu haben, den er in Wahrheit gar nicht überzeugend lebte. …
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