Er ist ein Schwein, durchzuckte es Ben in ohnmächtiger Wut, ein wildes Tier, und verzweifelt schloß er die Augen. Er war fest davon überzeugt, daß dieser Raoul seine Drohung wahr machen und er diese Nacht nicht überleben würde. Sie würden ihn finden, irgendwo in einem Gebüsch, von Ameisen zerfressen. Blut lief ihm am Hals entlang, der Druck des Messers hatte ein wenig nachgelassen, Raoul geriet in Ekstase.
Da faßte Ben mit seiner linken Hand ein Holzstück, das aus der Glut herausragte, und als das Messer den Kontakt zu seiner Haut gänzlich verloren hatte, drückte er das glühende Ende seinem Peiniger, der auf seinem Rücken lag, mitten ins Gesicht.
Er hatte Glück und traf gut. Ein fürchterlicher Aufschrei war die Folge, Raoul ließ die Waffe fallen, wälzte sich zur Seite, sprang auf und hielt sich mit beiden Händen das Gesicht, ein Auge war mit der Glut in Berührung geraten.
„Ich bin blind!“ schrie er verzweifelt. „Bliiiind!“
Wie ein wildgewordener Stier rannte er hüpfend und brüllend um das Lagerfeuer. Benjamin hatte sich aufgerappelt, den brennenden Holzstock in der Hand und hielt ihn drohend auf Raoul gerichtet. Der torkelte benommen in die Dunkelheit, mit einer Hand seine Hosen haltend, und war alsbald genauso verschwunden, wie wenige Minuten zuvor seine Kumpane. Lautes Motorengeräusch kündigte kurz darauf auch seinen Rückzug an.
Ben war wieder alleine. Er verspürte starke Schmerzen, Hemd und Hosen waren zerrissen, sein Hals blutete, ebenso Lippen und Nase. Der ersterbende Schein der Feuerstelle fiel auf Raouls Messer, Ben hob es auf und betrachtete es in der Dunkelheit, während er seine Kleider ordnete. Er fühlte sich unsagbar schmutzig, wollte nur noch weg. Dennoch bewahrte er genügend Umsicht, etwas Erde auf die Glut zu scharren und seine Sachen zusammenzusuchen. Danach setzte er sich in das Wohnmobil, legte das Messer neben sich und verließ diesen Ort des Schreckens.
Die Hauptstraße war schnell erreicht, er bog ein und gab Gas. Es galt, viel Land zwischen sich und Albuquerque zu bringen. Schon zeigte der Tachometer 70 Meilen, Ben fuhr viel zu schnell, aber es war ihm gleichgültig. Meile um Meile raste er die nächtliche Landstraße entlang, bis er unvermittelt etwas Gas wegnahm, kurze Zeit darauf wurde er noch langsamer. Schon stoppte er das Fahrzeug. Sein Blick fiel auf das Messer, dessen Spitze auf ihn zeigte, und etwas in ihm sträubte sich plötzlich, feige die Flucht zu ergreifen.
Man müßte, dachte Ben, erneut die eindrucksvolle Klinge im Blick, man müßte den Spieß umdrehen. …
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