Bald schon hatte Ben auch Houston hinter sich gelassen, die Route führte ihn über Dallas, Oklahoma-City und Albuquerque nach Nevada ins Glücksspielparadies. Zuvor stand noch ein Besuch im Grand Canyon auf dem Programm, eines der großartigsten Naturwunder, die man sich vorstellen konnte. Seit Tagen lenkte Ben das Wohnmobil fast unmerklich bergauf, schneebedeckte Berge rückten näher, trocken und warm waren die Tage, kalt und sternenklar die Nächte.
Kurz hinter Albuquerque bog Ben am Abend von der Straße ab, fand etwas abseits gelegen zwischen lichtem Buschwerk einen geeigneten Rastplatz, zündete ein imposantes Lagerfeuer an und ließ den Tag ausklingen. Der Abend war empfindlich kühl und das Feuer durchaus kein überflüssiger Luxus. Nach dem Essen setzte sich Ben dicht an die brennenden Holzscheite und lauschte aus einem kleinen Radio der Country-music. Den Kopfhörer aufgesetzt, den Rücken gegen einen Baumstamm gelehnt, über sich die Sterne, fühlte er sich zurückversetzt in die rauhe Abenteuerromantik des neunzehnten Jahrhunderts, als riesige Viehherden von lederhäutigen Cowboys gnadenlos durch die endlose Prärie getrieben wurden. Aber so romantisch, wie er es im Augenblick erlebte, dürften es die damaligen Zeitgenossen kaum empfunden haben. Deren spartanisches Lager bestand wochenlang nur aus harter Erde, ihr Mahl aus Bohnen mit Speck.
Ben war in der Tat etwas besser ausgestattet. Er hatte sich für ein geräumiges Gefährt entschieden. Sein Wohnmobil war über acht Meter lang, besaß eine Küche mit Herd, weiche Betten, eine Dusche, Kühlschrank; alles, was der verwöhnte, kultivierte Mensch glaubte nicht entbehren zu können. Das Reisen damit war unvergleichlich. Keine Hotelreservierungen, kein Zeitdruck, niemand, auf den man Rücksicht nehmen mußte, fast ein Idyll. Ben legte kräftig Holz nach, lehnte sich wieder zurück, und während er der Stimme von Marty Robbins lauschte, der nach ‚El Paso’ ritt, züngelten die Flammen immer höher, erhellten den gesamten Rastplatz. …
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