Ben sah die Rückhand nicht kommen, so unvermittelt traf sie ihn im Gesicht. Sein Kopf wurde nach hinten geschleudert und landete am Baumstamm, er sah feurige Punkte auf und ab tanzen und hielt sich den schmerzenden Hinterkopf.
„50 Dollar? Der Kerl will uns verscheißern, was Simon? Bin ich eine billige Nutte? 50 Dollar für die Nacht!“
Raoul geriet in Rage, er packte Ben an den Haaren und schleifte ihn zum Feuer hin, wo er dessen Gesicht in die Glut zu drücken versuchte. In dem Augenblick mischte sich Timothy ein.
„Ich denke, das reicht jetzt, Raoul, du hast deinen Spaß gehabt. Laß uns wieder abhauen.“
„Du schwarze Ratte hast mir gar nichts zu befehlen!“ schoß es akzentbeladen aus seinem Mund. „Ich habe überhaupt noch keinen Spaß gehabt!“
Plötzlich fiel sein Blick auf Simon und die blonde Debbie.
„Und das verliebte Paar sagt gar nichts? Ich will, daß dieser Mistkerl hier seine Miete bezahlt, wie jeder anständige Bürger auch.“
„Laß ihn jetzt zufrieden, du Grobian!“ sprudelte es aus Debbies Mund, und Simon fügte noch an:
„Manchmal benimmst du dich wie ein Tier, Raoul. Wie ein unberechenbares, wildes Tier.“
Raoul beachtete die beiden nicht mehr. Er kniete neben Ben im Staub, drückte dessen Gesicht immer dichter an die Glut, präsentierte dabei seine gewaltige Zahnkluft und schien an beidem seine Freude zu haben.
Plötzlich trat Timothy im Halbdunkel des Platzes auf ihn zu und stellte sich direkt vor ihn.
„Du gehst zu weit, Raoul, ich warne dich!“
Ziemlich entschlossen sagte der junge Farbige seine Meinung, dabei ballte er die Fäuste. Den Bruchteil einer Sekunde später hielt Raoul ein riesiges Messer in der rechten Hand, richtete es zuerst auf Timothy, und als der, wie die beiden anderen auch, einen Schritt zurückwich, setzte er Ben die Klinge an den Hals, direkt an die Schlagader. In seiner Todesangst drehte Benjamin den Kopf zur Seite und schloß die Augen.
„Wo ist die Kohle, he? Wo hast du sie versteckt?“ insistierte Raoul.
„Ich habe … kein Bargeld … bei mir“, keuchte Ben. „Nur etwa … 200 Dollar. Die können Sie … haben.“
„Ich scheiß auf deine 200 Dollar! Ich will Spaß haben, verstehst du, Spaß. Spaß!“
Das Staccato seiner penetranten Stimme knatterte durch die kühle Nacht von New Mexiko, irgendwo schrie verängstigt ein Nachtvogel auf, durch den Lärm bei der Jagd gestört.
„Simon, ich will weg hier!“ zischte Debbie mit Nachdruck und versuchte, Simon wegzuzerren. Der ließ sich nicht zweimal bitten, langsamen Schrittes bewegten sich beide rückwärts, bis ihre Schatten nicht mehr zu sehen waren. …
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