In Bens Gesicht zeigte sich unauffällige Freude, denn mit dem heutigen Abend war das Thema Schutzzoll fürs erste erledigt. Vielleicht für immer. Sadde widmete sich wieder seinen anderen Gästen. Ben empfand es als angenehm, ihm bei der Arbeit zuzusehen, wie er mit seinen weißen Handschuhen mal da einen Gast berührte, mal hier an einer Bank etwas gerade rückte, dort ein Kompliment aussprach, um im nächsten Moment wieder eine ernste Frage zu beantworten. Sadde war die Seele des Geschäfts, Ben war stolz, ihn zum Mitarbeiter zu haben. Und zum Freund.
***
Es war Winter geworden in London. Tareb parkte seinen Wagen immer an der gleichen Stelle. Bescheiden, wie er war, fuhr er einen Audi. Er war ein vermögender Mann, hatte es nicht nötig, mit seinem Reichtum zu protzen. Zudem war ein Audi, ein Wagen, der drüben in Deutschland gebaut wurde, weniger auffällig als beispielsweise ein Bentley. Oder gar ein Rolls Royce. Tareb saß schon des öfteren in einer dieser Nobelkarossen, konnte sich jedoch nicht mit dem Gedanken vertraut machen, selbst ein solches Gefährt zu besitzen. Jedweder Prunk war ihm zuwider. Ebenso Janet. Nie hätte er sie dazu bewegen können, in ein Automobil zu steigen, dessen Wert den eines Einfamilienhauses übertraf.
Der Audi parkte unter einer Straßenlampe, und die schwach erleuchtete Umgebung spiegelte sich im glänzenden Lack. Sadde betätigte die Fernbedienung, stieg ein und fuhr sofort los. Es war wie immer spät geworden auf dem Schiff, Janet schlief hoffentlich schon.
Obwohl sie schwanger war, traf er sie in den frühen Morgenstunden zuweilen wach im Bett liegend an. Irgendwie schien sie immer auf ihn zu warten. War erst beruhigt, wenn sie seine Wärme neben sich spürte. Janet war eine wunderbare Frau.
Tareb, tief in Gedanken versunken, bemerkte den Wagen zu spät. Er versuchte, das Steuer herumzureißen, da krachte es schon. Der Fahrer eines alten Renaults war ihm ungebremst in die rechte Seite gerast. Sadde bremste ab, hielt am linken Straßenrand, stieg aus und besah sich den Schaden. Das hatte noch gefehlt. Er war müde, wollte nur noch nach Hause.
Der Fahrer des Renaults war ebenfalls ausgestiegen und mit ihm zwei weitere Männer. Die Straße war menschenleer, sie kamen auf Sadde zu. Den Schaden, den sie verursacht hatten, ignorierten sie. Einen der Männer kannte Sadde. Er war groß, um die Vierzig. Es war Mr. Green! Die beiden anderen trugen Baseballschläger in Händen …
Was ihm nun bevorstand, wußte Sadde. …
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