Eine groteske Verwandlung
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
Kapitel XXI
Kapitel XXII
Kapitel XXIII
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…  Ich stehe auf und schaue ihr in beide Augen. Kein leichtes Unterfangen bei dem breiten Kopf. 

„Das wird ein Stück Arbeit werden, Mama, hörst du?“

Fast immer hat meine Stimme eine beruhigende Wirkung auf meine ‚Patienten im weitesten Sinne’, das hat mich meine Erfahrung gelehrt. Daher rede ich pausenlos mit den Tieren, erkläre ihnen, was ich beabsichtige, wohlwissend, daß sie nicht wörtlich verstehen, was ich sage. Was ich meine, so denke ich, verstehen sie allemal.

Ich habe hier ein ähnliches Problem wie vor vielen Monaten schon einmal, als ich dem Jungen von Lanze aus einem verschlammten Wasserloch herausgeholfen hatte. Heute jedoch haben wir eine ganz andere Situation. Diese Grube hier ist um ein Vielfaches tiefer, und bevor ich mit den Rettungsversuchen beginne, muß ich dafür Sorge tragen, selbst wieder heraus zu kommen, sollte ich dort hineingeraten. Von der Mutter könnte ich in diesem Fall wahrscheinlich nicht die Hilfe erwarten, die ich bräuchte. Sie würde nicht losziehen, ein Seil zu flechten, das sie mir nach unten reicht. Also muß ich meine Entscheidungen bereits hier oben treffen.

Plötzlich fühle ich mich derart beengt, daß ich meine Kleider ablege und völlig unbekleidet meiner Arbeit nachgehe. Ich sage mit Absicht nicht nackt. Denn nackt werde ich wohl nie wieder sein. Die dichten schwarze Haare, die meinen ganzen Körper überziehen und mir das Aussehen eines großgewachsenen Pan troglodytes, eines Schimpansen geben, verbergen meine dunkle Haut vollständig. Die Elefantendame nimmt entgegen meiner Annahme sehr wohl Notiz von meiner körperlichen Veränderung, denn ihr Rüssel greift gierig nach meinen Kleidern, und schon treten zwei mächtige Füße wütend auf meinem roten Hemd herum. Der Rüssel zerrt es daraufhin in die Höhe und schleudert es in die Büsche. Ich lasse es geschehen. Ich stecke ja nicht mehr drin. Außerdem habe ich noch mehr Hemden.

   Nachdem das rote Hemd erfolgreich in die Flucht geschlagen wurde, nimmt der Rüssel mit seinen beiden ‚Fingern’ die Banane wieder auf und reicht sie hinab in die Grube, dazu muß sich die Kuh auf die Knie begeben. Von meiner Position aus sehe ich, wie das Kleine die Banane in Empfang nimmt und sie schleunigst in seinen Mund steckt. Diese Geste zeigt mir, der kleine Bursche ist bei dem Sturz allem Anschein nach nicht ernsthaft verletzt worden. Verletzte Tiere verweigern meist jedwede Nahrung.

   Um den jungen Elefanten aus dieser tiefen Grube heraus zu holen, bedarf es einiger Vorbereitungen und – unbedingt der Mithilfe der Mutter, ohne die geht es nicht. …


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