…
„Wir haben ein … Beruhigungsmittel getestet, nichts von Bedeutung.“
Ein Beruhigungsmittel nennt Groß sein Prometheus, ohne dabei rot zu werden. Von meiner Pritsche aus habe ich ihn gut im Blick, diesen Pharisäer, und ergänze seine Bemerkung mit lautem Meckern.
„Hören Sie, Dr. Groß“, beginnt Hardenberg eindringlich, indem er seinen Gesprächspartner leicht unter den Arm faßt und sich schlurfend in Richtung Schwingtür bewegt, „ich möchte diesen Affen haben. Wieviel wollen Sie für ihn?“
Groß zögert einen Moment.
„Wir wollten ihn eigentlich an einen Zoo abgeben, aber wenn Sie so großen …“
Nach diesen Worten schließt sich die Schwingtür hinter den beiden, und die Wortfetzen, die noch an mein Ohr dringen, geben mir wenig Aufschluß darüber, was die beiden konkret aushandeln.
Also, kaufen möchte er mich. Verwandelt von einem Menschen in einen Schimpansen, werde ich nun auch noch verkauft wie ein Sklave. Soweit wird es hoffentlich nicht kommen.
***
Weil ich nun jeden Tag damit rechnen muß, von Dr. Groß verkauft zu werden, verliere ich keine Zeit. In der folgenden Nacht sitze ich an seinem PC und lösche sämtliche Dateien, die in irgendeinem Zusammenhang stehen mit seinen Arbeiten an dem Präparat, welches die Angst eliminiert - an Prometheus. Des weiteren vernichte ich auch all jene Konserven, die Aufzeichnungen enthalten über seine Tätigkeit im Kongo. Sein umfangreiches Archiv ist bestens geordnet, das erleichtert mir meine Arbeit ungemein. Dazu benötige ich eine halbe Stunde.
Vom heutigen Tag an besitzt Dr. Groß nichts mehr, was Hinweise auf seine Forschungen mit mir und diesem kostbaren Medikament liefern könnte. Keine Zusammensetzungen, keine Mengenangaben, gar nichts. Die gelöschten CDs und Disketten verstaue ich wieder sorgfältig an ihren Plätzen im Archiv. Sie sind allesamt leer, bis auf eine einzige Notiz: Auf jedem der gelöschten Datenträger befindet sich nun der Name dessen, der ihn in diesen Zustand versetzt hat: ‚Im Angedenken an unsere unvergeßliche und erfolgreiche Zusammenarbeit - Phillip Mergenthaler’!
Anschließend begebe ich mich in die Labors, in denen Prometheus hergestellt wird. Dort mache ich mich auf die Suche nach den Rezepturen und den fertigen Produkten. Die Rezepte, welche auf Papier geschrieben sind, werden in einem Aschenbecher verbrannt, die anderen auf den jeweiligen Datenträgern ausgemerzt.
Auf einem grau lackierten Regal finde ich mehrere große braune Glasbehälter, randvoll mit Prometheus! …
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