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…  Der Vater mußte die Mutter stützen, die mit tränenblindem Blick ihrer Tochter nachsah. Obwohl der Nachmittag dem Abend gewichen war, war es noch immer stickig heiß und die Mädchen waren erschöpft von den Anstrengungen des langen Tages und des jetzt schon eine Stunde dauernden Marsches. Endlich kam die dunkle Öffnung der Höhle des Gottes in Sicht. Die Mädchen atmeten erleichtert auf. Nur Elena verzögerte unmerklich ihren Schritt und ihre Furcht kehrte zurück. Suchend sah sie sich um, konnte aber keine bekannten Gesichter in der Menge erkennen. Sie war ganz allein. Die Leute jubelten und warfen Blumen auf die Prozession, für sie war es nur einer der Höhepunkte eines sich wiederholenden prunkvollen Festes.

Der letzte Ausweg


Angelo war in Schweiß gebadet, als er endlich die beinahe in der Natur verschwundene Hütte des Perikles erreichte. Im Zwielicht des Abends hatte er fast den Weg verfehlt, als er plötzlich ein Licht aufleuchten sah, das ihm den Weg wies. Überrascht sah er den Alten vor der Hütte stehen, in der erhobenen Hand strahlte eine Fackel. Wie schon einmal bat er Angelo mit einer Geste einzutreten und Platz zu nehmen. „Ich habe dich schon erwartet, Junge.“ Er reichte Angelo ein kleines, mit Wachs verschlossenes Tongefäß. „Aber woher ......„“ noch ehe Angelo seine Frage stellen konnte, hatte der alte Mann seine Hand genommen und sagte: „Keine Zeit für Fragen, jede Sekunde zählt. Du darfst nicht zu spät kommen, so wie ich damals.“ Der junge Mann fiel auf die Knie und küßte voller Verehrung die Hand des Weisen, die er dankbar ergriffen hatte. Der Alte zog Angelo vom Boden der Hütte und schob ihn zur Tür. „Nimm die Fackel mit, Junge, und viel Glück.“ Ehe Angelo noch etwas sagen konnte, hatte er ihm die Fackel in die Hand gedrückt, sich in die Hütte zurückgezogen und die Türe hinter sich geschlossen. Angelo warf einen letzten dankbaren Blick zur Hütte und rannte dann, so schnell es in der fortschreitenden Dämmerung möglich war, den Berg hinunter. Er hatte sein Ziel schneller erreicht, als er es für möglich gehalten hatte.Die Götter mußten auf seiner Seite sein. Die Prozession hatte eben den Vorplatz des Labyrinths erreicht. Angelo löschte die Fackel und versteckte sie hinter einem Felsen. Dann rannte er auf die Menge zu und stürzte sich einfach hinein. Er mußte Elena sehen, mußte ihr zeigen, daß er hier war, daß sie nicht allein war und es Hoffnung gab. Endlich war er bis in die vordersten Reihen der Menge vorgedrungen. …
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