Geküsst von der Vergangenheit
Ich saß immer noch da und starrte auf das Bild. Diesmal war ich nicht einmal eingeschlafen, während ich das Schicksal von Elena miterlebte. Wie ein Film waren die Bilder vor meinem geistigen Auge vorübergezogen. Langsam stand ich auf und ging auf den Ausgang zu. Der Wärter winkte mir nach, als ich auf die Straße trat. Die Ereignisse um Angelo und Elena schienen sich zu einem schrecklichen Höhepunkt zuzuspitzen und ich konnte ihre Zukunft nicht beeinflussen, konnte sie nicht warnen oder ihnen helfen. Ich fühlte mich den beiden verliebten jungen Menschen und ihrem Schicksal mit jedem Mal, da ich ihnen „begegnete“, mehr verbunden und es machte mich verzweifelt und zornig, daß ich nur Zuschauer am Rande des Geschehens war. Wenn ich schon das alles miterleben mußte, wollte ich, ich hätte eingreifen und etwas verändern können. Ich konnte jetzt noch nicht gleich nach Hause zurückkehren, mußte mich erst einmal abregen. Ich bog also in eine Nebenstraße ein und betrachtete die alten, schön verschnörkelten Hausfassaden und die kleinen Schaufenster mit ihren Auslagen. Es war wärmer geworden und ein schönes Abendrot wurde von dem aufsteigenden Nebel in eine pastellrosarote Dunstigkeit verwandelt. Ich blieb abrupt stehen, weil ich glaubte, ich hätte Schritte gehört, die mir folgten. Blödsinn. Ich ging energisch weiter. Verfolgungswahn fehlte mir noch zu meinem Glück. Dann könnte ich tatsächlich zu einen Psychiater rennen und ihm von Stiergöttern, Handküsse verteilenden Unbekannten und nächtlichen Verfolgern erzählen. Er würde mir dann höchstwahrscheinlich eine schöne neue Jacke verpassen, die man hinten zubinden konnte. …
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