Ich wurde wach, weil mich jemand an der Schulter rüttelte. Alex hatte sich auf einem Arm aufgestützt und sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an, während er seine Hand noch immer auf meiner Schulter liegen hatte. „Also Tina, ich haben dir ja noch nie ein relativ großes Maß an Temperament abgesprochen, aber daß du jetzt Turnübungen im Bett machst, ist doch zuviel des Guten. Wenn es der Fall wäre, solange ich wach bin, aber so......“ Ich sah ihn erstaunt an und konnte mir selbst ein Lachen nicht verkneifen, als er mir mit ansehnlichen Gesten vorführte, wie ich versucht hatte, einen Handstand mit einer Hand auf dem Kopfkissen und einer auf seinem Auge zustande zu bekommen. Daß Alex aber doch besorgt war merkte ich, als er mich an sich zog und mich bat zu erzählen, was ich geträumt hätte. Ich kuschelte meinen Kopf an seine Schulter und überlegte erst einmal, bis ich die Bilder wieder klar vor Augen hatte. Nachdem ich ihm die Geschichte erzählt hatte sah er micht erstaunt und ungläubig an. „Diese Geschichte wird immer fantastischer. Tina, du mußt mir versprechen, daß du, wenn das nicht aufhört, irgendwo Hilfe suchst. Bitte. Ja?“ Ich hatte keine Lust mitten in der Nacht eine Diskussion über Träume, Visionen und Einbildung anzufangen und außerdem war ich, obwohl noch immer steinmüde, doch selbst äußerst beunruhigt, daß mich diese Visionen jetzt sogar im Schlaf heimsuchten. Also nickte ich nur mit dem Kopf und Alex schaltete das Nachtischlämpchen wieder aus, das er eingeschaltet hatte, als ich mit meinen Turnübungen begonnen hatte.
Unverstanden
Am nächsten Morgen waren wir beide unausgeschlafenund nicht gerade bester Laune. Nach einem spärlichen Frühstück, weder Alex noch ich hatten morgens viel Appetit, machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Arbeit. Der Tag schien nicht vorbeigehen zu wollen; aber das ist meistens dann der Fall, wenn man aus irgendeinem Grund keine große Lust zu arbeiten hat, oder aber so müde ist, wie ich es an diesem Mittwoch war. Als ich endlich abends nach hause kam, rechnete ich fest damit, daß Alex vorbeikommen und mich vor dem Alleinsein retten würde. Ich hatte doch zugegebenermaßen auch ein wenig Angst vor meinen seltsamen Visionen und ganz tief in meinem Inneren hörte ich ab und zu eine ganz leise Stimme fragen, ob mit mir auch wirklich alles in Ordnung sei. Geflissentlich ignorierte ich diese Stimme und sagte zu mir selbst: „Du spinnst nicht, Tina!“ Es war schon beinahe einundzwanzig Uhr, als das Telefon klingelte. …
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