Der schöne Jüngling
Sie wurde aus ihren Gedanken aufgeschreckt, als sie Geräusche auf der anderen Seite der Mauer hörte, die das Tempelgelände der Frauen begrenzte. Neugierig näherte sie sich und kletterte, nachdem sie sich vorsichtig umgeschaut hatte, ob sie auch niemand beobachtete, auf einen kleinen Olivenbaum. Dieser wuchs an der Begrenzung hinauf und von dort aus konnte sie ungehindert auf das „verbotene“ Areal spähen. Auf der anderen Seite befand sich nämlich der Teil des Geländes, das den Männern vorbehalten war. Elena erblickte einige Jünglinge, die ihre gefährlichen Übungen mit den Stieren absolvierten. Sie duckte sich so gut es ging, um hinter der Mauer und dem Laub des Baumes vor deren Blicken verborgen zu sein. Hatte sie doch keinerlei Ambitionen ihren „Posten“ zu verlassen, bei dem interessanten Schauspiel, das ihr hier geboten wurde. Ihre Angst vor Entdeckung wurde zigmal übertrumpft von Neugierde. Es war faszinierend zuzuschauen, wie die sehnigen muskulösen Körper der jungen Männer sich vom Boden abschnellten, um mit geübten Sprüngen auf den Rücken der kraftstrotzenden Tiere zu landen. Einer der Jünglinge allerdings zog ihre Blicke deutlich öfter auf sich als alle anderen. Er bewegte sich am geschicktesten und elegantesten und machte die kühnsten Kunststücke. Er hielt sich zum Beispiel mit den Händen an den Hörnern des Stieres fest und schwang sich dann zu einem Handstand auf währenddas Tier wütend durch die Sandarena raste. Elena hatte die Luft angehalten, denn der Stier hatte während des wilden Ritts zornig seinen Kopf geschüttelt, so daß der junge Mann fast das Gleichgewicht verloren hätte. Bevor er stürzen konnte, stieß er sich jedoch kraftvoll ab und landete elegant und unverletzt auf dem sandigen Boden. …
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