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Später lag das Mädchen verzweifelt und noch immer voller Scham auf der Pritsche. Die Priester hatten untersucht, ob sie ihre Jungfräulichkeit noch besaß und sie hatte diese peinliche und schmerzhafte Prozedur wortlos über sich ergehen lassen müssen. Schließlich hatte sie ja gegendie Gesetzte des Tempels verstoßen und sich heimlich vom Gelände entfernt. Irgendwie verstand sie ja diese Handlung. Was sie aber erschreckt hatte, war der schadenfrohe Ausdruck, den das Gesicht der Hohepriesterin während dieser Untersuchung gezeigt hatte. Die Priesterinnen waren heilige Frauen und sollten sich nicht an solchen Strafaktionen erfreuen. Nein, sie sollten mitleidig über ihre Schützlinge wachen und solche Notwendigkeiten mit Gleichmut hinter sich bringen. Außerdem war Elena überzeugt, dass diese Untersuchung von der Heilkundigen der Frauen hätte durchgeführt werden müssen und dass die Hohe-Priesterin sich durch diese zusätzliche Peinlichkeit eine Art unnatürliche Genugtuung verschafft hatte. Nachdem sich die Priester von ihrem Unangetastetsein überzeugt hatten, zogen sie befriedigt von dannen. Die Priesterin hatte noch einen strengen Blick auf Elena geworfen und dann die Tür wieder von außen verriegelt, nachdem sie den Raum verlassen hatte.
Zwischen zwei Welten und zwischen zwei Männern
Die Woche schlich dahin und ich konnte mich zu nichts aufraffen. Meist lungerte ich vor dem Fernseher herum oder legte mich früh mit einem Roman und meinem Kater zu Bett. Alex hatte schon etliche Male angerufen, aber ich zögerte ein Zusammentreffen mit ihm hinaus. Das ganze Durcheinander von Gefühlen und Gedanken hatte sich immer noch nicht gelichtet obwohl, oder gerade weil ich es vermied mir allzuviele Gedanken über das alles zu machen. Meine Sehnsucht machte es mir beinahe unmöglich ein Wiedersehen mit Alex noch hinauszuzögern; aber solange ein Teil meiner Liebe, wie ich zugeben mußte, unerklärlicherweise dem mir nahezu fremden Andi gehörte, stand dieses Geheimnis wie eine unsichtbare Wand zwischen uns. Alex machte mir die vorübergehende Trennung auch wirklich nicht leicht, denn er war, was ich gar nicht schlecht fand, wieder auf dem Eroberungstrip und schickte mir Rosen, Pralinen und alle möglichen netten Sachen. …
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