Eine groteske Verwandlung
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Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
Kapitel XXI
Kapitel XXII
Kapitel XXIII
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…  Ich spreche ihn an.

„Na, Dicker“, rufe ich leise, „wo drückt der Schuh?“

Mit meinen Händen mache ich langsame Bewegungen, die ihn beruhigen sollen, denn kein Tier ist auch nur annähernd ruhig, wenn es zu mir kommt! Alle haben sie wahrscheinlich ähnliche Gefühle wie wir Menschen, wenn ein Zahnarztbesuch ansteht. Sie tun dies nur unter einem Zwang, ausgelöst durch quälende Schmerzen, die seit langer Zeit ihre Begleiter sind.

Der Dicke hat aufgehört das Gras in seinem Maul hin und her zu schwenken, hält den Mund jetzt nur leicht geöffnet. Vorsichtig stehe ich auf und gehe weg von dem Flußpferd. Ich laufe einmal um den Wagen herum und komme nun von der anderen Seite allmählich wieder in sein Blickfeld, es rührt sich nicht. Aber es greift auch nicht an, das ist schon mal ein Anfang.

Das Tageslicht reicht noch aus, daher setze ich mich auf meinen Schemel, direkt vor seine Nase, und betrachte mir diesen gewaltigen Kopf.

Flußpferde scheinen aus dieser Perspektive fast nur aus Kopf zu bestehen. Derartige Ausmaße hat dieses Maul, daß ein Kind beinahe mühelos hineinkriechen, sich umdrehen und wieder herausklettern könnte. Natürlich weiß ich um die Gefährlichkeit dieser Tiere, mir ist bekannt, daß Flußpferde in Afrika mehr Menschen töten als Krokodile und Löwen zusammengenommen. Unberechenbar sind sie, streitlustig, eigenwillig, starrköpfig. Wer einmal miterlebt hat, wie diese mächtigen Kiefer einen dicken Nilpferdhintern, der aus harter Haut und ebensolchen Muskeln besteht, durch einen Biß derart zusammenpressen, daß er die Form einer zerknautschten Plastiktüte annimmt, der wird respektvollen Abstand bewahren.

   Behutsam greife ich zwischen diese großporigen, rosafarbenen, mit dicken widerspenstigen Borsten besetzten Lippen und nehme das Gras heraus; solange der Bulle das Maul voller Gras hat, kann ich nichts sehen und vor allem nicht arbeiten. Mit der rechten Hand kratze ich seine Zunge, das mag er. Ich bin überzeugt, er weiß genau, ich kann ihm helfen, sonst wäre er nicht zu mir gekommen. Angespannt sucht mein Blick das Innere seines Riesenmaules ab, und sofort sehe ich den Grund des Übels: Ein Stück leuchtenden Elfenbeins ragt aus seinem Gaumen hervor, es sind dies Reste eines Zahnes, der während eines Kampfes mit einem Artgenossen abgebrochen und dort steckengeblieben ist. Mit zwei Fingern fasse ich das Rudiment an, ziehe daran, es sitzt fest. Der Dicke fiept herzzerreißend, hält aber noch still. …


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