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Am liebsten hätten es die Herrschaften gesehen, wenn sie so etwas wie „Familienzugehörigkeit“ entwickelt hätte, damit sie ihre Strafe nicht so hart traf. Nicht über drei Jahre hinweg! Doch das war Sylvia unmöglich. Sie war nun einmal nur eine gottverdammte Sklavin, nicht mehr und nicht weniger. Das hatte sie sich verdient. Und sie bildete sich ein, damit vor sich selbst zurechtkommen zu müssen.
Wenn ihre Herren in ihr unbedingt das Gefühl von sogenannter „Familienzugehörigkeit“ sehen wollten, so war es ihre Aufgabe, nach außen dieses Bild zu wahren. Vorspielen war schließlich etwas, das sie zeitig angefangen hatte zu lernen. Und nach den ersten Monaten wurde sie auch richtig gut darin.
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Am ersten Tag bekam sie von der Hausherrin eine Einführung. Sylvia bemühte sich, alles zu behalten, doch es waren unzählige Informationen in ungeordneter Reihenfolge. Neben ihren unzähligen Pflichten erfuhr sie eine Menge über die Wüste, dass die Familie sie dieses Anwesen vor Jahren von einem eremitisch lebenden Paar übernommen hatten. Die Hausherrin genoss es sichtlich, mit jemandem in ihrer Muttersprache reden zu können, doch sie betone dabei immer, dass hier jetzt ihre Heimat war. Fernab von allem.
Sylvia bekam ihre Kammer gezeigt und die Räumlichkeiten, welche sie sauber zu halten hatte. Im Inneren des Hauses wirkte alles aufgeräumt und ordentlich. Etwas altbacken vielleicht, aber stellenweise sogar luxuriös. Staunend betrachtete Sylvia im Vorbeigehen die Holzschnitzereien an der Decke. Die Vertäfelungen. Das war aufwändig. Sie war keinesfalls in einem armen Haushalt gelandet. Das Haus bestand aus zwei Etagen. Im Esszimmer gelangte man über eine Holztreppe hinauf in die Galerie. Alles versprühte einen Hauch Kolonialstiel. Sylvia entdeckte Marmorfiguren, welche sie sofort in ihren Bann zogen. Jede für sich ein keines Kunstwerk.
Danach bekam sie das Brunnenhaus auf der anderen Seite der Oase gezeigt, wie sie mit dem großen Krug Wasser schöpfen sollte und was es dabei alles zu beachten gab. Sie lernte auch im Stall die Tiere kennen, jedes beim Namen. Sylvia gab auf, sich alles merken zu wollen. Sie hatte keine Ahnung von Tieren. Doch die Herrin meinte nur schroff, dass die Tiere ihr schon alles zeigen würden.
Dann gab es in der Küche die nächste Lektion. Sylvia qualmte der Kopf. Unter Anweisungen sollte sie das Mittag zubereiten. Sie hatte noch nie großes Talent fürs Kochen gezeigt. Sie konnte nur hoffen, dass sie alle Prüfungen irgendwie bestehen würde. …
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