…
Na sicher doch, das würde sie auf jeden Fall.
Urlaub vom ich
Sie befand sich definitiv nicht am Strand. Wie hatte es nur so weit kommen können? Seit Stunden war sie allein in dem engen, fensterlosen Raum. „Verdammter Mist!“
Lange hatte sie sich Flüche dieser Art verkniffen, doch über das Stadium war sie längst hinaus. Trotzdem getraute sie sich kaum, die Worte laut auszusprechen. Wer wusste schon, ob sie in dieser düsteren, staubigen Kammer überwachte wurde? Durch die milchige Oberlichtglasscheibe über der Tür fiel etwas trübes Licht herein. Gerade genug um die gelb graue, abblätternde Farbe an den nackten Wänden zu erkennen. Inzwischen kämpfte die Dunkelheit um die Vorherrschaft. Die winzige Kammer maß nicht mehr als zwei mal drei Meter. Das einzig Positive: Die schale, abgestandene Luft hier drinnen war angenehm kühl, aber zu diesem Zeitpunkt war ihr das noch nicht bewusst.
Sylvia schloss die Augen und ließ sich mit dem Rücken gegen die schmutzige Wand fallen, an der sie langsam zu Boden rutschte. Jetzt war sie ernsthaft in Schwierigkeiten. Zum ersten Mal in ihrem Leben!
Ihre flache Hand schlug auf den staubigen Linoleumboden. Wie war es nur so weit gekommen? Sylvia suchte nach dem Moment, als ihr die Kontrolle entglitten war.
Eigentlich sollte sie in diesem Augenblick hunderte Kilometer entfernt von diesem schaurigen Ort sein! Aber anstatt auf einem blütenweißen Strand unter Palmen die Sonne zu genießen, steckte sie in diesem trostlosen Loch fest. Das war einfach nicht richtig.
Jede Sekunde, die sie hier zubrachte, ging von ihrem wertvollen, wohlverdienten Urlaub ab. „Zum Teufel noch mal!“, sie stöhnte leise. „Wenn die Zuhause wüssten, wo ich hier hineingeraten bin“, murmelte sie leise vor sich hin. Doch in Wirklichkeit wusste es Sylvia selbst noch nicht. Nicht einmal ansatzweise.
Für einen kurzen Moment stieg Reue in ihr auf, doch Sylvia erstickte es rechtzeitig. Sie traf keine Schuld. Nicht Sylvia Steiner! Schließlich hatte sie sich dieses Geschenk verdient. Insgeheim lachte sie Dave Anderson aus. Dieser Schwachkopf hatte tatsächlich geglaubt, die Beförderung stünde ihm zu. Als Auszeichnung für seinen Ehrgeiz, sein besonderes Engagement. Doch Sylvia hatte ihren gefährlichsten Widersacher bereits lange im Vorfeld ausgemacht und geeignete Maßnahmen ergriffen. Es ging halt nicht nur um die bessere Arbeit, sondern auch um das klügere Vorgehen. Es ist eben alles eine Frage der richtigen Organisation, der richtigen Strategie. …
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
5773 Leser seit 1. Jan. 2025 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!