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…  Die Wände waren von ausklappbaren Sitzgelegenheiten gesäumt. Mitten im Raum standen Tische und Stühle, wie in einer Imbissgaststätte. An der Wand tickte eine riesige, runde Bahnhofsuhr lautstark vor sich hin. Am liebsten hätte sich Sylvia auf einer der Sitzbänke lang gemacht und geschlafen. Sie spürte den Schlafentzug mit jeder Faser. Die Müdigkeit zog ihre Lieder mit aller Macht zu.

Kurze Zeit später tauchte die nette –„oh Gott, wir stürzen ab“– Stewardess von vorhin mit einem Servierwagen und Kaffee auf. Genau das, was Sylvia in diesem Augenblick brauchte. Mit einem dankbaren Lächeln nahm sie den dampfenden Pott entgegen. Wo war denn der Kerl vom Mittelgangsitz? Sie sah sich um. Dann lächelte sie ihm zu und hob ihren Kaffeepott zum Gruß. Dieser lächelte zurück. Ein warmes Gefühl schien sich in Sylvia breitzumachen. Ein Gefühl, dass sie alles erreichen konnte, jedes andere vergessen ließ und sicher nicht nur vom Kaffee kam.

Als die belegten Brötchen hereinrollten, hatte Sylvia ihre Tasse bereits geleert. Dann stellte sie fest, dass ihr Handgepäck noch im Gepäckfach des Flugzeugs lag. Kein Geld, kein neuer Kaffee, keine weiteren Brötchen. Sie winkte der Serviererin dankend ab und würgte das Gratisbrötchen trockene hinunter.

Immer häufiger traf ihr Blick die große Wanduhr. Jetzt saß sie schon über eine Stunde in diesem Wartesaal fest. Vielleicht hatte das Flugzeug doch größere Probleme, als die Besatzung zugeben wollte?

Insgeheim träumte Sylvia davon, dass dieser Kerl mit den schwarzen Augenbrauen zu ihr herüberkam und sie zu einem zweiten Pott Kaffee einlud. Dann würde sie endlich auch die Überreste dieses trockenen Brötchens herunterbekommen. So langsam begann auch ihr Rücken auf der harten Sitzbank zu schmerzen.

Nach einer weiteren Stunde wurde das Bedürfnis, sich zu bewegen fast unerträglich. Doch ein anderes Bedürfnis befahl ihr, lieber ruhig sitzen zu bleiben. Bis jetzt hatte sie noch nirgends ein Hinweisschild für Toiletten entdeckt. Das würde warten müssen, bis sie wieder im Flugzeug saß. So lang konnte „die eine Stunde“ ja nicht mehr werden.

Verstohlen blickte sich Sylvia um. Inzwischen war es kurz vor fünf Uhr nachts. Die meisten Passagiere dösten vor sich hin oder schliefen. Fast alle Gespräche waren verebbt und den Mann mit den schwarzen Augenbrauen konnte sie auch nirgends mehr entdecken. Sie saßen also nun schon über zwei Stunden hier fest. Himmel, wenn das so weitergeht …? …


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