… Es schien, als käme der Knall von oben durch die große offene Galerie. Genau dorthin musste sie zurück. Was sollte sie tun? Sie musste wieder dort hinauf!? Wo sollte sie sonst hin! Wo war der Typ mit der Igelfrisur, der auf sie warten wollte?
Sylvia tastete sich durch den dunklen Gang vorwärts Richtung Aufgang. Die Stille war unheimlich nach dem Krach. Sie konnte ihren Herzschlag hören.
Natürlich! Er wartete nicht mehr. Warum auch?
Ein seltsames Geräusch ließ sie nach oben blicken. Klack, klack, klack. Die Sprinkleranlage an der Decke flutete den Gang. Der Sprühstrahl zischte laut und unzählige Tropfen prasselten auf den Steinboden. Wasser rann ihr über den Kopf und wusch lange dunkle Haarsträhnen ins Gesicht. Sie spürte die Nässe sofort bis auf die Haut.
Auf dem Weg zur Treppe kam sie auch an der Tür in der Glasfront vorbei, die noch immer vollständig geöffnet war. Von draußen fauchte eisiger Nachtwind herein und ließ sie frösteln. Den kurzen Impuls dort hinauszuflüchten erstickte sie im Keim. Sie fror so schon genug in den klatschnassen Sachen. Ihre hohen Schuhe rutschen auf dem nassen Steinboden. Wie Blitzeis! Du musst jetzt vorsichtig sein, Sylvia, musst überlegt vorgehen, sonst wird es noch gefährlich.
Sie hielt inne, spürte, wie das kalte Wasser über Brust und Rücken rann und atmete tief durch. Egal! Sie war Sylvia Steiner. Irgendwie würde sie es jetzt dort hinaufschaffen und dann war wieder alles gut.
Wasser plätscherte über die Steinstufen. Die Treppe war also inzwischen besser zu hören als zu sehen. Sie wischte sich die nassen Haare aus dem Gesicht, die auf Haut und Augen klebten, nahm die hohen Schuhe in die Hand und stieg die Stufen empor, auf denen das herabströmende Wasser ihre nackten Zehen umspülte.
Die menschenleere Umgebung versetzte sie jetzt in Panik. „Mein Gott Sylvie, es gibt doch noch keinen rationalen Grund für so eine heftige Reaktion“, versuchte sie sich selbst halblaut in der Dunkelheit zu beruhigen. Trotzdem rannte sie die Treppe hinauf. Weit konnte es nicht mehr sein. Der Sprinklerregen hörte auf. Noch eine Etage. Alles war still und nass und glänzte in der Dunkelheit.
Bald bist du in Sicherheit. Nach der nächsten Biegung sah sie die gelben Geländer und die große, transparente Trennwand zum Wartesaal. Endlich! Ihre Füße hinterließen hier nasse Fußspuren auf dem Boden. Bald geschafft.
Und dann stieß sie auf drei Sicherheitskräfte. Erschrocken fuhr sie zusammen, als sie erkannte, dass die ihr den Weg abschneiden würden. …
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