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… “ Die Stimme in ihrem Kopf meldete sich wieder einmal. Vermutlich gehörte sie zu den Männchen mit den Stahlhämmern, die sich langweilten, wenn es nichts zu hämmern gab!

Klar erkannte Sylvia, dass es sich um eine gottverdammte Gerichtsverhandlung handelte. Eine, bei welcher sie ganz vorn in der ersten Reihe sitzen würde, eine, bei der sie von vornherein zum Scheitern verurteilt war.

Folgsam setzte sie sich auf den Stuhl, welcher ihr zugewiesen wurde und ließ die Prozedur über sich ergehen.

Die hatten sogar einen Übersetzer ran geholt, der krampfhaft versuchte, ihr die wesentlichen Fakten in rudimentärem Spanisch-Französisch mitzuteilen, doch Sylvias Sprachkenntnisse in diesem Bereich waren so rudimentär, dass sie nur einzelne Worte verstand, wenn überhaupt. Ihre Gedanken rasten. Sie konnte diesen üblen Bullshit nicht länger ertragen. Der unaufhörliche Strom aus lauten Worten rauschte über ihren Kopf hinweg. Worte, die sie nicht verstand oder nicht hören wollte. Es war töricht, aber immer wieder sah sie sich aufspringen und vor der verdutzen Menschenmasse zum Fenster laufen. Noch ehe jemand reagieren konnte, schlug in Gedanken das magere Gewicht ihres Körpers gegen die Fensterscheibe und keine Sekunde später atmete sie die Luft der Freiheit. Unten vor dem Fenster stand ein Wagen mit frischem Heu. Was für ein Zufall, nicht?

Sie versuchte, diese Gedanken zu verscheuchen und die Augen offen zu halten. Die Verhandlung! Sie befand sich in einer Verhandlung. In IHRER Verhandlung. Von den Reden der Anwälte, Richter und Geschworenen bekam sie nichts mit. In ihren Ohren dröhnten die Stimmen wie ein endloser Kauderwelsch. Lediglich den Übersetzer konnte sie bröckchenweise verstehen. Wahrscheinlich hätte sie im Französischunterricht früher besser aufpassen sollen, doch bisher hatte sie die Sprache noch nie wieder benutzt. Sie war sich nicht einmal sicher, ob es sich wirklich um Französisch handelte oder doch eher um Spanisch oder sonst was. Irgendwie war von tätlichem Angriff auf einen Sicherheitsbeamten die Rede. Dann redeten sie noch von Verschwörung, Einbruch, Flucht und Terrorismus ...

Sylvia sprang auf. „Das ist nicht wahr! Ich bin nur auf der Durchreise. Unser Flugzeug musste notlanden und da ...“ Sie keuchte, war völlig außer Atem. „Ich suchte eine Toilette ... Ich hatte ja keine Ahnung, dass ...“ Und dann versuchte sie alles noch einmal in rudimentärem Französisch wiederzugeben, was ihr noch viel, viel schlechter gelang. …


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