… Diesmal blieb sie stehen. - Ein kleiner Sieg!
Ungeduldig trat der Wächter von einem Fuß auf den anderen. Er sagte irgendetwas, doch bei Sylvia kamen nur bedeutungslose Silben an. Zögerlich tappte sie barfuß durch die Tür hinaus auf den Gang, bis der Wächter ihr einen sanften, aber bestimmten Schubs verpasste, der sie schneller laufen ließ. Der Boden war nicht kalt, nur sandig und staubig. Den zweiten Wachmann, der auf dem Gang gewartet hatte, bemerkte sie erst jetzt.
Was hatten die vor? Was sollte jetzt schon wieder mit ihr geschehen? Ihr Gleichgewicht machte Probleme. Bei jedem Quergang sah sich Sylvia ängstlich um. Wo war sie hier? Sie musste an die drei Kreuze im Lichtfleck denken. - Nein! Rief sie sich selbst zurecht. Das konnte nicht sein! Oder etwa... Was hatte der Zettel mit ihrer Unterschrift für eine Bedeutung? Unterschreiben oder Gefängnis, hatte das nicht der Übersetzer gesagt? Was also war die Alternative zum Gefängnis?
„Drei Kreuze, Sylvie, drei Kreuze!“, flüsterte die gemeine innere Stimme.
Irgendwann stiegen ihre Füße über ausgetretene Steinstufen hinauf. Der Ausgang führte in einen Hinterhof. Sie blinzelte, so grell war das Licht hier draußen, selbst jetzt noch, nachdem dem Hof im Schatten lag. Altes Kalksteinpflaster. Zwischen den Steinen lag Sand und vereinzelt welke Grashalme. Ein alter ockerfarbener Jeep stand neben einer Mauer, von der die bloßen Ziegel zu sehen waren da große Teile des Putzes fehlten. Und überall lag Sand. Staub und Sand!
Die Wächter führten sie quer über den Hof, der von einer Mauer und verschiedenen anderen Gebäuden eingerahmt war. Sie hielten direkt auf den Flachbau gegenüber zu, nicht viel mehr als eine Baracke. Sie sah zurück. Auch das Bauwerk, aus dem sie kam, wirkte einigermaßen fremdartig. Zuerst wusste sie nicht so recht, woran es lag, doch dann ... Ja, genau, das Dach fehlte. Seltsam. Mit dem letzten Stockwerk hörte dieses Haus einfach auf. Doch sie bekam keine Gelegenheit, weiter darüber nachzudenken. Die Wachleute schoben sie weiter auf ein altes, hundertmal überstrichenes Holztor in der Baracke zu. Die zwei Torflügel waren so groß, dass locker der Jeep hindurchgepasst hätte und quietschten. Der Innenraum wirkte abgewirtschaftet und hätte schon vor Jahren einer gründlichen Renovierung bedurft. Die zwei Wächter schoben sie hinein in einen riesigen Raum über die gesamte Breite des Gebäudes. Einige Bänke und eine uralte Kommode waren das einzige Mobiliar. …
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