… Damit würde sie ihre Schulden nicht begleichen können.
Die Familie drängte weiter zum Ausgang, zogen sie hinter sich her. Mira konnte ihren Blick einfach nicht von der Tafel lösen. Und dann sah sie auf Sylvia! Die Mischung aus Entsetzen und entblößtem Hass ließ diese erschrocken zurückweichen. Der Blick bohrte sich tief in Sylvias Augen. Ein stummer Schrei, den Sylvia niemals in ihrem Leben vergessen würde! Dieser vorwurfsvolle Blick. Aber noch viel, viel, viel schlimmer was das Bedauern und die Enttäuschung, die sie in Miras Augen lesen konnte. Ein Blick, von welchem man mehrmals die Nacht aufwachen würde.
An satt ihren Triumph zu genießen, stülpte sich Sylvia der Magen um. Mit einem Mal wurde ihr hundeelend und dieses Gefühl wollte nicht mehr weggehen.
...
So schlecht wie in den nächsten Tagen war es Sylvia noch nie zuvor in ihrem Legen gegangen. Tagsüber konnte sie kaum etwas essen und jede Nacht sah sie diesen unendlich vorwurfsvollen Blick. Wieder und wieder. Ein anklagendes Flüstern, welches ihr nur vier unausgesprochene Worte eingravierte: Was hast du getan? - Immer wieder!
Die Auslöse
Sylvia warf sich im Traum hin und her. Sie befand sich in einem großen Gerichtssaal. Die allgegenwärtige Hitze machte sie fiebrig. Ihr Blick wanderte zu dem großen Fenster. Irgendwie wusste sie, dass da unten ein mit Heu beladener Wagen stand, obwohl sie ihn nicht sehen konnte. Dann sah sie hinüber zu den Zuschauern, den Geschworenen, die Richterin saß rechts von ihnen. Die Stimmung im Saal wurde unruhig. Die Zuschauer tuschelten. Sylvia befand sich mitten in ihrer Verhandlung. Sie verstand kein Wort. Und die Brocken des Übersetzers schienen zusammenhangslos.
Dann sah sie Mira unter den Zuschauern sitzen. Ein Funke Hoffnung keimte in ihrem Inneren. Dieses Mal würde man sie nicht so einfach verurteilen können. Nein! Denn sie hatte Mira gesehen. Die konnte für sie übersetzen und schon bald würde sich dieses schreckliche Missverständnis aufklären! Dieses Mal würde alles anders werden, denn sie hatte endlich die Möglichkeit, allen die Wahrheit zu erzählen. Die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit, sowie ihr Gott helfe.
Die Schläge des Holzhammers dröhnten in ihren Ohren, doch kurz darauf wurde es mucksmäuschenstill im Saal.
„Die Verhandlung ist eröffnet!“ Sylvia sah sich nicht zur Richterin um. Sie kannte die Stimme. „Wie lautet die Anklage?“
Erstaunt fiel Sylvia auf, dass sie die Worte verstehen konnte. …
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