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…  Raubtiere, die ihr genüsslich, Stück um Stück, die Lebenskraft herausrissen.

Sylvias Fingerspitzen tasteten vorsichtig über ihren linken Oberarm. Die Schwellung war schon lange verschwunden, aber die Brandmarkierung genau da. Sie konnte die Unebenheiten in der Dunkelheit spüren.

Was hatte sie getan, um das zu verdienen? Mein Gott, sie hatte doch nichts gegen gerechte Strafen, aber das hier war einfach nicht ... Ein entsetzlicher Gedanke ließ sie zusammenfahren. „Was, wenn du es nicht anders verdient hast, Sylvie?“

„Nein“, wollt sie rufen, doch das Wort blieb ihr im Hals stecken. Sie dachte an Dave, an Mira. „Dann schickt mich doch, verdammt noch mal, in die gottverfluchte Hölle!“ Dieser Satz schnitt durch die Stille wie eine frisch geschliffene Diamantklinge. Die Worte hallten in ihren Ohren nach. Eine plötzliche Übelkeit jagte ihr bittere Flüssigkeit in den Rachen. Sie keuchte.

Was wenn ...? Doch der Gedanke war zu schauderhaft um ihn laut auszusprechen. Was, wenn es gar keine gottverfluchte Hölle gab? Je länger sie darüber nachdachte, desto schlimmer wurde das Gefühl in ihrem Magen. Nein, nein, hör auf damit! Doch die fiese, kleine Stimme in ihrem Kopf ließ sich nicht zurückhalten: „Jetzt endlich hast du die Dinge erkannte, Sylvie. Na wie schmeckt die Wahrheit, hä? Du warst schlecht, Sylvie, ein richtig fieses Miststück. Deshalb bist du in diese Welt gekommen. Um zu büßen!“

Sylvia keuchte. „NEIN!“ Der Schrei klang heißer. „Diese Welt ist keine Hölle, das glaube ich nicht! Oh mein Gott!“

„Um zu büßen, Sylvie!“ Die Worte hallten wieder und wieder in ihrem Kopf nach. „Um zu büßen, um zu BÜßEN!“

Dann erinnerte sie sich, was es damals gekostet hatte zu überleben:

...

Sie lag im Sand der Ebene. Hin und wieder hatte Sylvia wache Momente. In einem dieser Momente bemerkte sie, dass es bald dunkel wurde. „So hast du dir deine Flucht nicht vorgestellte, oder?“ Bewegungsunfähig lag sie röchelnd im Sand. Es vergingen Stunden. „So schnell ist nicht gestorben, Sylvie.“


Irgendwann begann es in ihrem Fiebertraum zu regnen. Einzelne Tropfen trafen ihr Gesicht, ihre Lippen. Gierig schnappte sie danach. In Wirklichkeit bewegte sich kaum ihr Mund. Mira hockte neben ihr und drückte sanft mit dem Daumen Sylvias Unterkiefer herab, damit das Wasser in ihren Mund floss.

„Halte mal.“ Sie drückte der anderen Frau die Flansche in die Hand, welche neben ihr wartete. Dann beugte sie sich über Sylvia und lauschte ihrem Atem, zupfte an ihren Augenlidern. …


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