… Irgendwie hatte sie gar nicht wirklich damit gerechnet, doch die Tür ließ sich widerstandslos öffnen. Von draußen flutete gleißendes Sonnenlicht herein. Sylvia kniff die Augen zusammen. So, dieser Tanz hatte also begonnen.
Explosionsartig sprintete sie los. Einfach geradeaus, bis sich ihre Augen an das grelle Sonnenlicht gewöhnt hatten. Hier draußen herrschte eine schier unerträgliche Glut. Die Luft war zum Schneiden dick. Dann schälten sich langsam Umrisse aus dem gleißenden Licht. Der Hof war staubiger, glühend heißer Sand unter ihren nackten Fußsohlen. Sie spürte, wie ihr geschwächter Körper zu keuchen begann und die kochende Luft in sich ein sog. Um das Gelände, die kleine Ansammlung von wenigen Gebäuden war riesig Platz. Sie blickte den Weg entlang und dort, wo die Gebäude aufhörten, lag gelbe, sandige Landschaft. Hier und da einige Büsche und dahinter eine Sand-steppe bis zum Horizont. Sie rannte ihrer Freiheit entgegen und hätte nie geglaubt, dass es so einfach werden würde. Ihr Atem begann in der Hitze zu rasseln und sie spürte die heiße Sonne auf dem frischen Brandzeichen. Sie sprang, damit ihre Fußsohlen möglichst wenig Kontakt zu dem heißen Boden bekamen. Am besten war es, wenn sie welke Grasbüschel erwischte.
Die Gebäude lagen schon hinter ihr und auch die hohe Mauer, welche aber nur den Hof umgab. Dann entdeckte sie, noch einige hundert Meter entfernt, aber doch einen Zaun, welcher das Gelände abschirmte. Der Weg führte zu einem Eingangstor. Je näher sie kam, desto besser wurde das rostige, scharfkantige Gitter sichtbar, welches die Einfahrt versperrte. Daneben befand sich ein Pförtnerhäuschen aus massiven Kalksteinblöcken. Sie hörte Hundegebell. Das war es jetzt? Aber Aufgeben war keine Option! Jetzt nicht mehr. Sylvia rannte auf das Tor zu. Das Gebell wurde lauter und dann sah sie die Hunde. Angeleint im Schatten des Wachhäuschens. Durch die große Scheibe konnte sie den Wachmann im Inneren sehen. Mit einem Telefonhörer am Ohr sah er herüber zum Tor.
Sylvia kam nicht dazu, über die Situation nachzudenken. Sie rannte einfach weiter. Noch zwanzig Meter, dann erreichte sie das Tor. Wie es dann weiter ging? Das würde sich zeigen.
Das Tor bestand aus alten rostbraunen Metallgitter. Vielleicht konnte sie ja darüber klettern? Das würde schwer, aber sicher nicht unmöglich werden. Wenigstens waren die Hunde angeleint. Wenn nur nicht der Wachmann …?
Aber Sylvia stellte fest, dass dieser in Seelenruhe weiter telefonierte. …
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