… Jetzt fehlten ihr die Worte.
„Gestern, du hast ja kein Wort mit mir gewechselt. Ich selbst haben das erst am Ende von Gestern erfahren was du bist.“ Sie lächelte übers ganze Gesicht. „Du musst aufstehen jetzt. Die haben keine große Toleranz für Verspäter.“ Sie griff nach Sylvias Hand und wollte sie von der Pritsche ziehen.
Ein stechender Schmerz entsprang ihren Schulterblättern und breitete sich bis zum Steiß hinab aus. Erst jetzt merkte Sylvia, wie sehr ihr Rücken auf dieser harten Unterlage gelitten hatte. Sie biss die Zähne zusammen, kämpfte sich empor, aber keuchte dabei. Unter normalen Umständen hätte sie wahrscheinlich aufgeschrien.
Die Fremde sah sie fragend an: „Geht es?“
Sylvia nickte.
„Du wirst daran gewöhnen. Komm jetzt.“
Die meisten Frauen hatten den Schlafsaal bereits verlassen. Sylvia sah sich um. Sie hatten alle ihre Schlafstätten so verlassen, wie Sylvia sie gestern vorgefunden hatte, als der Schlafsaal noch leer war. Nichts blieb liegen. Was in aller Welt war das hier?
Draußen kroch die Sonne gerade über den Horizont. Gleißendes Licht strömte durch die Fensterfront herein. Mit Sicherheit würde auch dieser Tag erneut kochend heiß werden. Bereitwillig folgte Sylvia ihrer Führerin. Der kurze, gekachelte Gang führte zu einem weiteren Durchgang der von einem bunten, schweren Teppich verhangen war, welcher als Vorhang diente. Interessiert ließ Sylvia ihre Finger über die bunten Schlingen gleiten. Das fühlte sich gut an. Die Fremde schob den Teppich zur Seite, welcher den Gang vor neugierigen Blicken schützte. Jetzt betraten die zwei einen Raum, der weit besser aussah, als die Zimmer mit den Schlafquartieren. Hätte man Sylvie nach ihrem ersten Eindruck gefragt, so hätte sie sofort an einen Laden gedacht. Ja genau, dieser große Raum erweckte den Eindruck eines Ladengeschäfts. Doch je genauer sich Sylvia umsah, desto mehr verwarf sie diesen Gedanken. Hier gab es weder eine große Verkaufstheke, noch standen Waren in irgendwelchen Regalen. Trotzdem wurde sie das Gefühl nicht los, das hier etwas Besonderes stattfand.
Die Fremde führte sie zu einem Tisch in der Ecke. Dort lagen zwei Haarbürsten, an denen schon eine beträchtliche Anzahl Borsten ihre Arbeit eingestellt hatten. Daneben stand ein großer Krug, dessen gebrannter Ton mit sonderbaren bunten Zeichen bemalt war und ein Teller mit Fladenbrotstücken.
Die Fremde ließ Sylvia los und stopfte sich einen Brocken in den Mund. …
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