Kurz darauf spürte sie einen kühlen, feuchten Nebel im Gesicht, der in den Augen brannte und in der Nase biss. Sie schnappte nach Luft, doch ihr Zustand verschlimmerte sich dadurch nur noch. KO-Spray? Die eisige Kälte des grässlich schmeckenden Nebels war jetzt nicht nur auf der Haut, sondern auch in ihr. Beharrlich ergriff die Kälte von ihrer Zunge, ihrem Rachen Besitz, dann schlich sie durch die Luftröhre hinunter und von da aus verbreitete sie sich langsam bis in den letzten Winkel ihres Körpers. Sylvia keuchte. Was war das? Was geschah mit ihr? Nein!!! Sie wollte abermals schreien, doch ihre Lippen gehorchten nicht mehr den Befehlen des Gehirns. Ohnmächtig musste sie zusehen, wie ihre eigenen Knie den Dienst versagten und nachgaben. Dann sackte ihr ganzer Körper zusammen, fühlte sich wir ein Eisblock an. Eine Kälte, die ihre machtgierigen Finger nach dem Gehirn ausstreckte. Vergessen war die Glastrennwand! Vergessen waren die Beamten! Sylvias Geist kämpfte ums nackte Überleben. Ein Kampf, den sie unmöglich gewinnen konnte. Verzweifelt sträubte sie sich gegen dieses Gefühl der Schwäche. Dann wurde es Nacht vor ihren Augen und sie starb.
Das Verhör
Sylvia saß noch immer mit dem Rücken an die gelblich gekalkte Wand gelehnt, die Augen geschlossen. Was gab es schon Neues zu sehen in dieser winzigen Zelle von drei mal zwei Metern? Ihr Schädel brummte. Es hatte einige Zeit gedauert, bis sie erwacht war. Und noch mal eine ganze Weile länger, bis sie wieder vollständig die Kontrolle über alle Gliedmaßen erlangte. Bis dahin lag ihr Körper auf dem staubigen Linoleumboden. Sie seufzte.
Etwas war schiefgelaufen. Gewaltig schief! Was wollten die von ihr? Wenn sie nicht bald hier herauskam, würde sie wohl noch ihr Flugzeug verpassen.
Ihr Magen knurrte lautstark nach etwas Essbarem, doch sie hatte keinen Hunger. Ihr war schlecht und der Durst wurde unerträglich. Wie lange lag sie schon hier? Sylvia konnte diese Frage nicht beantworten. Überhaupt erinnerte sie sich nur recht vage an die vergangenen Stunden. Oder Tage? Was war mit ihrem Flieger, verdammt noch mal? Wenn es Tage waren...? Sylvia hielt sich den Kopf, der wieder mehr zu schmerzen begann und tastete nach ihrer Oberlippe. Auf der Wunde hatte sich eine dicke Schicht Grind gebildet. Sie blickte auf ihre fleckigen, blutverschmierten Arme. Grauenvoll! Am liebsten hätte sie die Augen sofort wieder geschlossen. Wie hatte ihr so etwas zustoßen können?
Sie versuchte sich an die Einzelheiten zu erinnern. …
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