… Was war alles noch geschehen? Sie erinnerte sich, wie sie am Boden gelegen hatte. Die Glaswand, so weit entfernt … Ein Bild erschien vor ihrem inneren Auge und versetzte ihrem Innersten einen Stich der bis ins Mark traf. In diesem Bild war da keine Glaswand! Es musste also noch mehr geschehen sein. Sie ließ die Erinnerung zu und sah sich um.
Der Boden unter ihr hatte in diesem Bild aus einem fein geknüpften Teppich bestanden. Ihr lief es eisig kalt über den Rücken. Was sollte das? Phantasierte sie schon? Nein! Dieser Bruchstück-Bilder war sie sich ziemlich sicher. Irgendwo war da Teppichboden gewesen. Und dann kam die volle Erinnerung, als wenn sie eine unsichtbare Tür aufgestoßen hätte. Nein, um Himmelswillen! Das durfte nicht wahr sein! Sie keuchte, doch die Flut dieser Erinnerungen brach erbarmungslos über sie herein.
...
Da waren diese Männer. Diese verfluchten Sicherheitsbeamten! Sie saß auf einem unbequemen Holzstuhl. Auf dem Tisch stand eine Lampe, die stechendes Licht verbreitete. Sylvias Kopf dröhnte und schien jeden Augenblick zu bersten, was eine völlig normale Nebenwirkung des Betäubungssprays war. Noch immer ganz benommen starrte sie auf den Uniformierten an, der ihr unverständliche Fragen gegen den Kopf warf. Sie sah sich Hilfe suchend um, doch da war niemand. „Ich verstehe sie nicht!“, und danach kratze sie all ihren Mut und ihre rudimentären Sprachkenntnisse zusammen und wiederholte den Satz in Englisch und Französisch. „Je ne comprends pas“, verdammt noch mal.
Die Lippen des Beamten verzogen sich zu einem Grinsen und antworteten etwas. Sylvia erkannte, dass es sich um dieses Spanisch-Französisch-Mischmasch handelte, verstand jedoch nicht einmal die Hälfte davon. Zumindest schien ihr der Andere nicht zu glauben, oder wollte er ihren Pass sehen?
Sylvia versuchte ihm verständlich zu machen, dass ihre Papiere noch im Flugzeug lagen. Doch der Uniformierte lachte nur und schüttelte den Kopf. Hatte er sie überhaupt verstanden?
„Sylvie, jetzt steckst du richtig arg in der Patsche! Der Mann will doch mindestens deinen Ausweis sehen.“ Sie redete auf den Beamten ein, als ginge es um ihr Leben, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte, wie sehr dies tatsächlich der Fall war. Ihr Gegenüber wurde immer ungeduldiger. Er schien noch etwas anderes von ihr wissen zu wollen, etwas, das sie nicht einmal im Ansatz verstand. Warum sprach er ständig in der Mehrzahl von ihr? Was wollte er überhaupt? …
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