… Sie zweifelte daran. Dazu hatte sie plötzlich zu viele Bilder im Kopf, welche nicht zusammenpassten. Sylvia war sich nicht völlig sicher, aber irgendwie glaubte sie, dass da noch mehr war. Ihr Blick fiel auf eine kleine weiße Schachtel vor ihr, das brachte Gewissheit und sie erinnerte sich an einen ziemlich großen Raum mit vielen Menschen. Lauten Menschen! Und sie beschlich ein extrem unangenehmes Gefühl, als sie daran zurückdachte.
Die Verhandlung
Die Nachwirkungen des Betäubungssprays waren immer noch zu spüren, obwohl das inzwischen sicher ein oder zwei volle Tage her war. Benommen taumelte Sylvia durch die hohen Gänge eines Gebäudes, angetrieben von den stetigen Stößen und Knuffen ihrer Aufseher, die rechts und links hinter ihr liefen und die Kette zu ihren Handschellen hielten. Wohin brachte man sie? Sylvia wollte sich das nicht eingestehen, aber inzwischen hatte sie sich ihrer Situation ergeben. Sie folgte, wenn an der Kette gezogen wurde. Keine Ahnung, wohin es diesmal gehen sollte. Seit gestern hatte sie aufgehört, darüber nachzudenken. Sylvia stöhnte auf, als die zwei Fremden sie jetzt in eine andere Richtung zogen. Ihre rechte Schulter schmerzte, als wäre sie ausgerenkt. (Dabei hatte sie noch nie eine ausgerenkte Schulter gehabt und somit keine Ahnung, wie sich das anfühlte.)
Wut blitze in ihren Augen. Wut auf die zwei Aufseher. Wut auf den ganzen verdammten Saftladen hier. Brennende Wut auf die Gesamtsituation, in der sie sich befand. Was hatten die mit ihr vor? Wo, um alles in der Welt, brachten die sie jetzt hin?
Dann stieß man sie in den großen Saal voller Menschen. Ein Raunen ging durch die Masse. Ängstlich und trotzig zugleich blickte sich Sylvia um. Unzählige fremde Augen, welche alle auf sie gerichtet waren. Kein einziges davon blickte freundlich! Panik stieg in ihr auf. Sylvia blickte an sich selbst hinunter und erschrak. Sie hatte noch immer dieses blutverschmierte Hemd an, doch die roten Kleckse waren unter der wachsenden Anzahl ekeliger anderer Flecken nicht mehr so deutlich zu erkennen und auch nicht mehr so leuchtend rot. Auch einige Suppenspritzer, welche man ihr vorhin vorsetze, hatten sich dazugesellt. Wahrscheinlich sah ihr Gesicht nicht viel besser aus. Sie strich sich mit der dunkelgrauen Hand durchs Haar. Als ob das viel geholfen hätte. Nur die Ketten rasselten dabei. Wenigstens waren ihre Hände nicht mehr auf den Rücken gebunden.
„Hast du’s endlich erkannt, Sylvie, was hier abgeht? …
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