… Dann erreichte sie das Tor. Mit Schwung sprang sie ab, um möglichst hoch am Tor zu landen. Desto weniger war zu klettern. Sie musste sich nur fest genug an die Gitterstäbe krallen.
Das Tor schepperte, als ihr Körper dagegen prallte. Sie griff zu und zog sich nach oben. Doch schon einen Augenblick später schrie Sylvia auf und fiel zu Boden. Erschrocken pustete sie auf ihre Handflächen. Über ihren rechten Unterarm zog sich ein roter Streifen. Es brannte höllisch. Das verfluchte dunkle Metalltor war heiß in der Sonne. Mindestens hundert Grad. Der Boden unter ihr war heiß. Ihr musste bald etwas einfallen. Sie verfluchte diesen Tag und trat gedankenlos gegen das Tor. Es war offen. Sylvia traute ihren Augen kaum. Sie sah sich hastig um. Der Wachmann beobachtete sie durch die Scheibe. Schmunzelte er? Für Sylvia fühlte sich dieser Blick schlimmer an als die Schläge. Ihr Kopf wollte bersten. Vorsichtig schob sie sich durch die Lücke im Tor ohne es zu sehr zu berühren. Und dann rannte sie wieder los. Gedankenlos. Sollten die doch ihre Hunde hinter ihr her hetzen. Hier in der offenen Steppe war sie ein leichtes Ziel. Doch das war ihr inzwischen fast egal. Der Fahrweg vor ihr war zum Teil mit Sand verweht. Heißer Sand! Ihre nackten Füße brannten inzwischen hinauf bis zu den Knöcheln. Sylvia achtete darauf, nicht zu lange auf dem Boden zu stehen, sondern in Bewegung zu bleiben. „Wie lange wirst du das so durchhalten, Sylvie? Was passiert, wenn du schlapp machst? Wirst du dann bei lebendigem Leib gebraten?“ Soweit durfte es einfach nicht kommen. Sie würde irgendwo Schatten finden. Bis dahin ...
Immer wieder blickte sie zurück auf das Lager, dass langsam mit dem Horizont verschmolz. Gott sei Dank, niemand folgte ihr. Warum? War sie denen egal? Dieser Gedanke nagte an ihrem Ego. Doch sie kam kaum mehr vorwärts, konnte kaum noch auftreten. Die Straße führe jetzt eine leichte Anhöhe hinauf. Sie stieg, quälte sich den steinigen Weg hinauf. Sylvia stöhnte. Ihre Kehle war trocken. Rachen und Mund fühlten sich seltsam staubig an. Wenigstens brannte die Sonne nicht mehr direkt von oben, sondern strahlte ihr inzwischen von vorn entgegen. Das machte die Temperatur des Bodens am Hang erträglicher. Doch oben auf dem Hügel betrat Sylvia wieder heißen Sand. Der Hügel war nicht hoch, aber er bot einen beeindruckenden Rundumblick. Engelsgleich stand sie in der Sonne und starrte angestrengt über das ansonsten flache Land. Ihr Körper zitterte trotz der Hitze. …
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