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…  Jetzt kniete sich Mira hin und flüsterte dem Jungen einige Worte ins Ohr. Er kicherte. (Sylvia hätte ihr am liebsten mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen.) Die dickliche Frau nickte ihrem Mann zu.

Sylvia schüttelte den Kopf. Das war nicht zu fassen. Mira strahlte zu ihr herüber. Diese Mira hatte es tatsächlich geschafft. Sie kam hier raus, noch heute. Mit wem sollte Sylvia dann Blicke tauschen?

Der Mann nahm die Schiefertafel von Miras Nische und Sylvia ging ein Stich durchs Herz. Die Schiefertafel! Wie vom Blitz getroffen wollte sie aufspringen, doch die rasselnden Ketten hielten sie zurück. Was sollte sie tun? Sie wedelte mit den Armen, aber Mira blickte nur kurz herüber und winkte zurück.

Dann kam die kleine Familie mit einem Aufseher der Einrichtung zurück. Der bärtige Mann hängte die schwarze Tafel wieder an ihren Haken. Der Chef gab Mira die Hand und sprach einige unverständliche Worte. Sylvia vermutete, dass es sich um eine Verabschiedung und Wünsche für die Zukunft handelte. Dann legte er ihre die grobe Decke aus dem Schlafsaal über die Schultern und schob Mira vom Podest hinunter. Die dickliche, schwangere Frau hieß sie mit einem Händedruck willkommen. Jetzt würde Mira diesen Saal verlassen, der sie so viele Wochen beherbergt hatte und hoffentlich nie wieder hierher zurückkommen.

Dann ging die ganze Gruppe quer durch den Saal und dabei auch direkt an Sylvias Nische vorbei.

Miras Gesicht leuchtete. Sie beschleunigte ihren Schritt, um vor Sylvia kurz innezuhalten. „Das war es!“, flüsterte ihr Mira zu. Sie strahlte. Endlich würde sie aus diesem Loch hier rauskommen. Endlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie wieder ein normales Leben führen konnte. Sie verstand gar nicht, weshalb Sylvia sie so panisch anstarrte.

„Ja, das war’s dann wohl“, mehr fiel ihr dazu nicht ein?

„Ich glaub, damit ich hab es ganz gut getroffen, oder du meinst?“

Sylvia zuckte panisch mit den Schultern und sah Mira flehend an.

„Ich habe guten Eindruck.“

„Bitte entschuldige!“, flehte Sylvia. Sie kniete vor ihr auf dem Podest und die Ketten klirrten.

Noch einmal blickte Mira zurück zu ihrer Nische. Ihr Blick blieb an der Schiefertafel hängen. Die Pupillen weideten sich vor Entsetzen, als ihr Geist das verarbeitete, was dort Geschieben stand. Das war nicht möglich. Hier musste ein Fehler vorliegen. Sie hatte sich verlesen. Doch es war kein Irrtum! Von einem Moment zum nächsten wurde Miras Gesicht so bleich wie die Kreide der Schrift. …


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