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… “ Prüfend blickten seine steingrauen Pupillen ihr tief in die Augen.

Sylvia schüttelte den Kopf. Die Kettenglieder an ihren Fußfesseln klirrten. Verbittert schloss sie die Augen. „Es war eine Dummheit, nichts weiter.“ Sie verachtete sich für diese Worte. Jetzt war sie nicht besser als Mira. Mein Gott! Aber wie lange würde sie sonst noch hier liegen müssen. „Ich werde ruhig sein, das verspreche ich ihnen. Es ist nur ...“

Der Mann sah sie durchdringend an. „Was?“

„Na, ich verstehe kein Wort von dem, was hier gesprochen wird. Sie sind der Erste ... Wissen sie, ich bin nämlich völlig unschuldig in diese ganze Sache hinein ...“

Der Mann winkte ab. „Das eines von vornherein klar ist: Darüber werden wir niemals diskutieren! Verstanden? Das ist Aufgabe der Richter, diese Fragen zu klären. Die meisten beteuern, unschuldig verurteilt zu sein. Wir möchten damit nichts zu tun haben und es ist mir auch egal. Ich kenne dich nicht. Bei uns ist jeder Unschuldig. Ein unbeschriebenes Blatt, solange du dir nichts zuschulden kommen lässt. Verstanden?“

Sylvia nickte.

„Aber die wichtigste Regel“, fuhr er fort. „Wir sprechen niemals wieder über das, was du getan oder nicht getan hast!“ Die Worte entbehrten nicht einer gewissen Schärfe.

Sylvia schluckte und nickte.

„Okay, nun zum geschäftlichen. Meine Frau wünschte, dass ich mich nach jemandem umsehe, der ihre Muttersprache beherrscht. Also: Können wir dir vertrauen?“

Sylvia stockte der Atem. Das war er also, der entscheidende Moment. Der Augenblick, in welchem sie allein über ihre Zukunft entscheiden durfte. Sie sah den Mann genauer an. In all der Zeit war dies der erste echte Interessent. Aus dem Schlaf gerissen musste sie eine Entscheidung treffen. Jetzt! Was waren die Alternativen?

„Mein Gott Sylvie, die können dich verstehen! Was zögerst du?“

Würde ein besseres Angebot kommen? Es hatte Wochen gedauert, doch jetzt war ihr Kopf so weit! Beschämt blickte sie zu Boden. Sylvia hätte nie geglaubt, jemals diese Worte von sich selbst zu hören: „Das könnt ihr, mein Herr. Ich werde mein Bestes tun.“ Und in diesem Augenblick meinte sie es tatsächlich auch so.

„Gut, dann werden wir es versuchen.“

Der Wachmann geleitet Sylvia und den Fremden in den Saal zu ihrem Podest. Der Mann nahm die Schiefertafel von der Wand, als Sylvia ihn durch ein Handzeichen unterbrach. Fragend sah er sie an. Er würde ihr noch lehren müssen, dass eine Serva ihren Herren nur im äußersten Notfall unterbrechen sollte. …


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