… Dafür musste sie in den nächsten 1095 Tagen eine Lösung finden.
Auch diesmal blieben die Hunde (Gott sei Dank) an ihren Leinen im Schatten. In der Mitte des Hofes stand ein offener Kübelwagen. Irgendein Jeep ähnlicher Geländewagen, sie kannte sich mit Fahrzeugen nicht aus. Der Mann half ihr auf die Ladefläche, wo bereits mehrere Säcke mit irgendeinem nicht ersichtlichen Inhalt lagen. Sylvia platzierte sich so gut es ging zwischen den Säcken auf dem harten Wellblechboden der Ladefläche. Der Mann schloss die Bordwand und umrundete sein Fahrzeug. Er selbst klemmte sich hinters Lenkrad und die Fahrt begann.
Sylvia beobachtete von der Ladefläche aus, wie die Wachleute beflissen das große Stahltor öffneten. Der Wagen brauste hindurch und zog eine riesige Staubwolke hinter sich her.
Sylvia hatte schmerzlich lernen müssen, dass dieses Tor sie nie eingesperrt hatte, sondern die Anlage vor Eindringlingen schützte. Sie beobachtete die Wachleute, welche das Tor hinter ihnen schlossen und immer kleiner wurden. Vermutlich waren hier jetzt alle froh, dass man sie endlich loshatte, dass sie fort war. Sylvias Haare flatterten im Fahrtwind. Sie dachte an den freien Beifahrersitz und wusste, welche Stellung ihr gebührte.
Die Straße war ihr bereits bekannt und nun staunte sie, wie schnell der Wagen eine Strecke zurücklegte, auf welcher sie sich über Stunden geschleppt hatte. Ihre Augen suchten nach der Stelle, an der sie zusammengebrochen war, doch nichts erinnerte mehr an dieses Fiasko.
Staub wirbelte in großen Wolken zum Himmel. Auf dem Hügel blickte Sylvia ein letztes Mal zurück zum Lager. Hierhin wollte sie nie mehr zurück. Dann sah sie in die leere Steppe und mit flauem Bauchgefühl ihrem neuen Leben entgegen.
Der Geländewagen kämpfte sich eine gefühlte Ewigkeit durch die Einöde, dann bog er auf die Hauptstraße ein. Sie musste sich korrigieren. Das war keine Hauptstraße, so wie sie es kannte. Das war bestenfalls ein Feldweg. Rechts und links der Straße wuchs kaum etwas. Und wenn da ein kärglicher Strauch oder etwas Ähnliches auftauchte, so waren die Blätter gelb oder braun oder ab. Überall nur Staub und Sand, so weit das Auge reichte.
Dann passierten sie eine Siedlung. Die Häuser rechts und links der Straße hoben sich nicht sehr von ihrer Umgebung ab. Triste Einöde. Ockerbraune Lehmbauten oder unverputztes Ziegelmauerwerk. Im Vorbeifahren entdeckte sie eine Wäscheleine, die zwischen einem Strommast und dem nächstliegenden Fensterladen gespannt war. …
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