… Sie waren verschlossen und hier endete ihre erste Entdeckungstour durchs Haus gleich am ersten Tag abrupt. Als sie die letzte Türklinke probierte, hörte sie ein Schloss hinter sich. Erschrocken fuhr Sylvia herum. Der Hausherr trat in den Gang und baute sich breitbeinig vor ihr auf. „Hat dir Racheel nicht Bescheid gesagt?“, fuhr er sie an. Rabiat schob er Sylvia zurück vor die Tür zur Vorratskammer und malte mit einer Handbewegung eine imaginäre Linie auf den Boden. „Hinter dieser Linie möchte ich dich nie wieder sehen! Verstanden?“
Erschrocken wich Sylvia zurück, wusste nicht, was sie sagen sollte. Dann stammelte sie: „Kein Problem, ich wusste doch nicht ...“ Ließ ihre Herrin sie bewusst ins offene Messer laufen? Warum hatte sie das nicht erwähnt? Schnell sauste sie zurück nach oben und verkroch sich in ihrer Kammer. Doch seitdem hatte nie wieder jemand über diesen Vorfall gesprochen.
...
Die nächsten Tage wurden schwer und hatten es in sich. Sylvia musste so viel Neues lernen. Dabei ging nicht nur einmal etwas schief. Doch zum Glück schmunzelte ihre Herrin oft nur oder zeigte ihr, wie die Dinge richtigzumachen waren. Jedes einzelne Mal war das für Sylvia bitter, aber mit der Zeit empfand sie so etwas wie Bewunderung für diese Frau. Sie lerne so viel in so kurzer Zeit wie nie zuvor.
Mit den Wochen verstand sie auch, sich die Arbeit einzuteilen und das Meiste zur vollen Zufriedenheit zu erledigen. Sie erfuhr, dass der Herr des Hausens seine Arbeitsräume im Keller hatte und dass er dort unter keinen Umständen gestört werden wollte. Aber das hatte Sylvia ja gleich am ersten Tag erfahren. Was er da tat, blieb für sie ein Geheimnis, aber Sylvia registrierte, wie er immer wieder Kisten mit dem Geländewagen abtransportierte. Ansonsten war der Hausherr selten zu sehen und recht umgänglich.
Wahrscheinlich tat ihm sogar seine rabiate Reaktion vom ersten Tag ein wenig leid, wie er sie im Keller zurechtgewiesen hatte. Sylvia vermutete das zumindest, denn nach etwa einem Monat: Sie stand wie immer in Hörweite neben dem Speiseraum. Ihre Herren mussten bald mit dem Abendessen fertig sein. Als der Hausherr sie wie immer hereinrief, um den Tisch abzuräumen. Inzwischen hatte sie sich schon an das Wort Serva gewöhnt, dass es ihr gar nicht mehr komisch vorkam, wenn sie so gerufen wurde. Racheel war schon aufgestanden und ging nach oben. Er bedeutete ihr mit einer Handbewegung zu ihm zu kommen. Fragend ging Sylvia über das Mosaik mit dem dicken weichen Teppich zum Esstisch und sah ihren Herren fragend an. …
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