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…  für Führungskräfte.“ Er zeigte mit dem Finger Richtung Decke. „Und genießen Sie ihre Zeit da oben, solange sie können.“ Dave stand auf, nickte zum Abschied und verließ ohne ein weiteres Wort den Raum.

Sylvias Knie zitterten. Sie stand noch immer vor ihrem Schreibtisch und hielt sich mit beiden Händen an der Tischplatte fest. Sie fühlte sich, als hätte man ihr den Teppich unter den Füßen weggezogen. Konnte Dave ihren Sieg nicht einfach sportlich anerkennen? Dieses Büro stand ihr zu! Er hätte schließlich genauso strategisch vorgehen können. Aus einer plötzlichen Eingebung heraus drehte sie sich ruckartig herum. Ihre Finger krallten sich an die Tischplatte, sodass die Knöchel weiß hervortraten. Zum ersten Mal sah sie aus ihrem Büro in die tiefe Straßenschlucht hinunter. Unten leuchteten inzwischen die Laternen und eine lange Autoschlange rollte langsam durch die Straße. Wie eine Kette leuchtender Perlen sah das von hier oben aus. Der blutrote Himmel wirkte drohend über allem, doch momentan hatte sie Schnappatmung und nur Augen für die Tiefe. „Du bist schon so weit gekommen, Sylvie, gerate jetzt bloß nicht ins Straucheln. Es gibt nur eine Richtung, nach oben. Wer bremst, hat Angst!“

Das klingelnde Telefon riss sie aus der Starre, sodass der Schreibtischstuhl fast umgestürzte. Schnell hatte sie sich wieder gefasst und saß auf ihrem gewohnten Platz, den Abgrund im Rücken. Es war die Geschäftsleitung.

„Liebe Frau Steiner, wir wollen sie ja nicht am Abend vor ihrer wohlverdienten Abreise noch stören, aber uns sind da ein paar Unregelmäßigkeiten mit einem Zulieferer einer ihrer Abteilungen aufgefallen. Vielleicht könnten sie sich der Sache annehmen?“

Sylvia lauschte den Ausführungen schweigend und dann hörte sie sich sagen: „Kein Problem, wenn es schon so fast mit auf dem Weg liegt.“

„Vielen Dank, wir wissen ihre Lösungsorientiertheit zu schätzen. Wir haben ihren Flug morgen früh bereits entsprechend umgebucht. Sie werden pünktlich 3:35 Uhr zu Hause abgeholt.“ Dann war das Gespräch beendet.


Also gut, sie hatte sich nun mal für diesen Weg entschieden. Weshalb sollte sie dann in ihrem Urlaub nicht auch noch ein paar Zulieferer besuchen? Wenn Vollgas, dann richtig. Sie wusste, Opferbereitschaft gehört dazu.

Sylvia löschte das Licht. Es würde eine kurze Nacht werden. „Mach Feierabend, Elli. Wir sehen uns dann in drei Wochen.“

Elli winkt ihr hinterher. „Ich hoffe nur, sie erholen sich gut, Frau Steiner“, waren die letzten Worte, die sie von ihr hörte. …


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Annonym schreibt: 14. 03. 2025 09:46
Die Geschichte ist bis jetzt sehr spannend, aber der Name Silvia wird manchmal unterschiedlich geschrieben.
Anthony Tinamis schreibt: 14. 03. 2025 10:16
Herzlichen Dank für den Hinweis.
Richtig ist natürlich "Sylvia" und ist hiermit korrigiert.
Interessant wurde es für mich besonders dann, als ihr Name keine Rolle mehr spielte und nicht mehr in der Geschichte vorkommt (In der 2ten Hälfte der Geschichte ;-)

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