… Wie am Vortag versperrte das dichte Unterholz seinen Weg. Jedoch waren die umgeknickten Äste, der Pfad, den er gestern getreten hatte immernoch deutlich zu finden. Das Gestrüpp wirkte in der Morgendämmerung so frisch und unverbraucht. Überall glänzten Tau-perlen. Alles war so voller neuem Leben. Dieser frische Duft in der Luft ließ die Gefahren der launischen Sumpflandschaft vergessen. Nach kurzer Zeit hatte er den bedrohlichen Moortümpel gefunden. Von Susi natürlich weit und breit keine Spur. Wie auch? Der Tümpel lag friedlich lauernd vor ihm, als warte er auf sein nächstes Opfer.
Heute sah er bei weitem nicht mehr so gefährlich aus wie gestern. Frisches Laub schwamm auf dem Wasser, doch Kevin wusste, dass der Schein trog. Er sah sich um, blinzelte in die aufgehende Sonne. Zwischen dem Gestrüpp konnte man stellenweise bis zum See blicken. Was tat er hier? Was hatte er erwartet, hier zu finden? Weshalb hatte ihn seine innere Stimme hierher gezwungen?
Wollte er etwa noch ein paar Schritte in die Richtung gehen, in welche Susi gestern Abend verschwunden war? Irgendwie gefiel Kevin der Gedanke, obwohl er sich auch hier nicht sicher war, was er sich davon erhoffte. Doch wenn er schon einmal hier war, … Besser als sich später ‚Ach hätte ich doch–Vorwürfe‘ zu machen.
Kurz entschlossen schob er sich weiter durchs Gestrüpp. Doch plötzlich schoss ihm ein eigenartiger Gedanke durch den Kopf. Das war paranoid, er wusste es. Aber irgendwie fühlte sich Kevin beobachtet. Sein erster Gedanke war Susi, doch das war Unsinn. Wieso sollte sie ihn heimlich beobachten? Viel wahrscheinlicher war doch, das es sich bei dem unguten Gefühl um die Folge seines seltsamen Traumes von letzter Nacht handelte.
Der Traum! Vielleicht enthielt er eine versteckte Warnung? Kevin hatte zwar schon suspektes über Traumdeuterei gehört, doch davon zu wissen und daran zu glauben waren völlig unterschiedliche Dinge. In seinen Augen handelte es sich um Humbug. Das bedrohliche Gefühl indes blieb bestehen.
Vorsichtig tastete er sich weiter. Der Boden wurde zusehends trockener, doch die Dichte an herumschwirrenden Insekten blieb unverändert. Stellenweise bedeckte seidiges Waldgras den Boden. Immer mehr Bäume drängten sich zwischen die dichte Decke aus Sträuchern und dornigem Gestrüpp. Üppige Farne wuchsen im Überfluss.
Blitzschnell drehte sich Kevin um. Es handelte sich um einen spontane Eingebung seiner noch immer im Untergrund schlummernden Angst. …
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